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Frauenquote: Dax-Konzerne zum Rapport

von Cornelia Schmergal und Manfred Engeser

Für diesen Montag hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder die Personalvorstände aller Dax-30-Konzerne zu einem Treffen eingeladen. Sie müssen ihre Frauen-Förderpläne vorlegen. Wenn sie patzen, droht ein Quotengesetz.

Bundesarbeitsministerin Ursula Quelle: dpa
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder Quelle: dpa

An Frauen herrscht in der Bundesregierung nun wirklich kein Mangel. Sechs Damen sitzen regelmäßig am Kabinettstisch im Kanzleramt. Und gleich drei von ihnen fühlen sich derzeit für das Thema Frauenquote zuständig. Dumm nur, wenn sie sich dabei nicht einig sind.

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Für diesen Montag hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder die Personalvorstände aller Dax-30-Konzerne zu einem Treffen nach Berlin eingeladen. Es soll darum gehen, ob die Unternehmen es schaffen, den Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorstandsetagen aus eigener Kraft zu erhöhen – oder ob die Bundesregierung mit mehr oder weniger sanftem Druck nachhelfen muss. Über die Frage, ob das nötig ist, hegen die Ressortchefinnen aber höchst unterschiedliche Ansichten.

"Keine Freundin der Quote"

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will keine staatliche Vorgabe. Das machte die FDP-Politikerin vor zwei Wochen deutlich, als sie das Softwareunternehmen SAP besuchte und vor den Walldorfern ins Mikrofon rief: „Als freie Demokratin bin ich keine Freundin der Quote.“ Zwang sei „für eine überzeugte Verfechterin von Freiheit und Verantwortung kein überzeugendes Mittel“. Nebenbei ließ sie die kleine Spitze fallen, nach der Geschäftsordnung der Bundesregierung sei schließlich sie für das Gesellschaftsrecht zuständig. Und niemand sonst.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sieht das etwas anders, mal ganz abgesehen davon, dass die CDU-Vizechefin sich von Geschäftsordnungen noch nie aufhalten ließ. Für sie ist Frauenförderung eine Frage des Arbeitsmarktes und damit ihr ureigener Zuständigkeitsbereich. Von der Leyen, die von Parteifreunden auch „Röschen“ genannt wird, zeigt dabei auch Dornen: „Ich bin überzeugt, dass an der Frauenquote kein Weg vorbeiführt“, sagte sie noch wenige Tage vor dem Treffen. Ein Damenanteil von 30 Prozent in Aufsichtsräten müsse es schon sein.

Familienministerin Kristina Schröder, die sich sowohl als Parteifreundin als auch als Lieblingsopfer von der Leyens einsortieren lässt, ist schon ihres Amtstitels wegen für die Frauenfrage zuständig. Ihr schwebt ein Zwitter-Modell vor: die sogenannte Flexi-Quote. Nur wenn es den Konzernen nicht gelänge, den Frauenanteil zu steigern, soll der Gesetzgeber eingreifen. Jedes Unternehmen soll sich dazu erst einmal eine individuelle Zielvorgabe setzen.

So sah es eine Vereinbarung vor, die die Unternehmen bei ihrem jüngsten Treffen mit der Bundesregierung Ende März geschlossen hatten. Am Montag werden die Unternehmen nun ihre selbst verordneten Ziele in Form einer freiwillig-unfreiwilligen Selbstverpflichtung vorlegen. Darin soll jeder Konzern schwarz auf weiß notieren, wie hoch sein Anteil weiblicher Führungskräfte sein soll, wann er diese Zielgröße erreichen will und mit welchen Maßnahmen – zum Beispiel mit Kinderbetreuung, Mentoring oder Trainings. „Meine Erwartung ist, dass auf der Liste der individuellen Selbstverpflichtungen, die mir die Unternehmen präsentieren, keine einzige einstellige Zahl stehen wird“, sagt Familienministerin Schröder.

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.10.2011, 14:33 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @Kowalski: und was ist mit Homosexuellen? Warum diskriminieren Frauen Homosexuelle? Den dafür wird keine Quote gefordert (und somit unendlich viele Talente verschwendet etc. etc.)

    Fakt ist: Frauenquote ist der Anfang einer geschlechtssegregierten Arbeitswelt, in der Scheinargumente und zentral gesteuerte Fünfjahrespläne wichtiger sind als das eigentliche Produkt. Während es leicht verständlich ist, warum Frauenquote in der Politik existiert (da Leistung dort absolut keine Rolle spielt), ist die Forderung nach Frauenquote ein Ausdruck der Einschätzung, dass in Konzernen nur noch Politik gemacht wird.

    Die beweisführung ist kinderleicht: wenn man in einem Konzern nach Leistung aufsteigen würde, dann wäre eine Frauenquote ein unternehmensschädigendes instrument.

  • 18.10.2011, 12:17 UhrAnonymer Benutzer: Kowalski

    Hört denn dieser Quotenschwachsinn nie auf. Erst kommt die Leistung, dann die Leistung und dann nochmals die Leistung. Keine benachteiligung des besten Kandidaten oder der besten Kandidatin, nur weil er oder sie das passende Geschlecht nicht hat.

    Dürfen wir uns bald auf eine Schwulenquote und eine Migrantenquote freuen? Die Herren Wowereit und Özdemir arbeiten sicher schon daran.

  • 17.10.2011, 23:57 UhrAnonymer Benutzer: Mariposa

    Keine Massnahme ist zu bloed um sie nicht doch durchzusetzen und sei es mit der Gesetzeskeule. Damit lassen sich perfekt neue beamt(innen)-Stellen schaffen, wenn die Unternehmen vierteljaehrlich den Frauenfoerdungsaktivitaetsplan an das bundesfrauenministerium ueberstellen muessen, adressiert an die Unterabteilung fuer Frauenfoerderung und gegen Diskriminierung (geleitet mindestens von einer Ministerialdirektorin), (Formular ia bis Vn). Die Unternehmen verkaufen dadurch am Markt kein Produkt mehr, muessen diesen ganzen Schwachsinn aber finanzieren. Es ist nicht mehr fassbar.

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