Frauenquote im Ausland: Karriere mit Quote

Frauenquote im Ausland: Karriere mit Quote

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Lange war das Unternehmens-Management eine Männerdomäne. Doch jetzt setzten Unternehmen auf Vielfalt

von Silke Wettach

Mehrere Länder in Europa haben Frauenquoten schon eingeführt - die Erfahrungen damit sind in Norwegen oder Spanien meist positiv.

Bereits im vergangenen Jahr hat der Vorstandsvorsitzende des niederländischen Telekomkonzerns KPN, Ad Scheepbouwer, angekündigt, Frauen in seinem Unternehmen stärker zu fördern. „Andernfalls verschwenden wir bei KPN Talent“, sagte er.

Seitdem dürfen sich auf bestimmte Posten im Management nur noch Frauen bewerben, damit deren Anteil von derzeit 17 Prozent steigt.

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KPN kam damit der Politik zuvor. Das niederländische Parlament beschloss 2009 ein Gesetz, nachdem Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern ab 2016 Vorstand und Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent mit Frauen besetzen sollen. Erfüllen die Unternehmen die Vorgabe nicht, drohen allerdings keine Sanktionen.

Positive Erfahrungen mit Frauenquote

Die niederländische Vorgabe orientiert sich an Norwegen, das als erstes Land eine bindende Quote von 40 Prozent Frauen in Aufsichtsräten einführte. In Spanien existiert seit 2007 eine ähnliche Quote für Aufsichtsgremien, allerdings mit 30 Prozent etwas niedriger. Auch die Franzosen haben im Januar eine Quote für Aufsichtsräte verabschiedet, die im Sommer noch vom Senat angenommen werden muss. Ab 2013 gilt ein Minimum von 20 Prozent Frauen, ab 2016 müssen es 40 Prozent sein.

Die Quotenbefürworter fühlen sich von den Erfahrungen aus Norwegen und Spanien bestätigt, wo Frauen leichter Karriere zu machen scheinen. In Norwegen weisen mittlerweile alle börsennotierten Unternehmen mindestens eine Frau im Vorstand auf. 2004 waren es nur 83 Prozent der Unternehmen. In Spanien ist der Anteil von Unternehmen mit einem weiblichen Vorstand von 40 Prozent im Jahr 2006 auf 55 Prozent gestiegen. „Den Durchbruch gibt es erst, wenn Frauen Zugang zur Chefetage haben“, sagt Angelika Niebler, Vorsitzende der bayrischen Frauen-Union, die zunächst am Sinn von Quoten zweifelte, sie nun aber fordert. Auch für die Politik: Niebler und ihre bayrischen Parteigenossinnen haben im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit eine 40-Prozent-Frauenquote für die CSU gefordert.

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