Führungs-Spitzen: Axel Weber und der Frankfurter Käse

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Heiner Thorborg ist einer der führenden Personalberater Deutschlands

Kolumne

Der Ex-Bundesbank-Chef hat von der Deutschen Bank nie ein konkretes Angebot erhalten. Da war die UBS schneller. Jetzt geht der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank in die Schweiz und nicht zur Deutschen Bank. Recht hat er!

Mal ganz ehrlich: Wenn Sie die Wahl hätten zwischen Frankfurt und Zürich, wo würden Sie hingehen? Für viele ist die Anwort klar: In die Schweiz natürlich! Die Steuern sind niedriger, die bürokratischen Hürden sowieso, die Berge sind näher und außerdem gibt es offenes Wasser, die Stadtarchitektur ist ansprechender, das Klima nicht nur südlicher, sondern auch weltoffener. Außerdem herrscht da mit dem Schweizer Franken noch eine Währung und nicht ein zunehmend politisches Konstrukt wie der Euro. Das alles hat Axel Weber natürlich nicht gesagt, aber vermutlich gedacht.

So macht man das!

Außerdem mögen ihm noch ein paar andere Gedanken durch den Kopf gegangen sein. "So macht man das!" zum Beispiel. Ich kann es ihm nachfühlen, denn so wie die UBS macht man das tatsächlich: So löst eine Top-Bank idealerweise ihre Führungsfragen. Leise, unaufgeregt und vor allem diskret. Während sich die deutsche Presse in Spekulationen über die Nachfolge von Josef Ackermann ergoss und sich bald jeder, der auch nur über ein Konto bei der Deutschen Bank verfügt, zu der Frage geäußert hat, wer am besten der nächste Chef des Frankfurter Instituts werden sollte, handelten die Zürcher professionell und hinter verschlossenen Türen. Schweizerisch eben.

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"Herausragendes Angebot"

Auch wird sich Axel Weber ganz genau überlegt haben, was er inhaltlich tun will. Entgegen weit verbreiteter Ideen ist er ja nicht wirklich ein Bankier, sondern tatsächlich Hochschulprofessor. Die Position als Verwaltungsratspräsident der UBS passt deswegen auch viel besser zu seinem Profil als die eines Chief Executive Officers bei der Deutschen Bank. Auch wird Weber intelligent eingearbeitet, denn im Mai 2012 soll er zunächst als Vizepräsident antreten und erst nach einem Amtsjahr den derzeitigen Verwaltungsratschef ablösen. Man könnte das im Jargon auch ein "soft landing" nennen.

Der Verwaltungsratspräsident ist im übrigen deutlich anders definiert als der eines deutschen Aufsichtsrats; der Präsident ist quasi der Außenminister eines Unternehmens und höchst sichtbar, daher ist diese Position auch eine Vollzeit-Beschäftigung. Nach eigenen Angaben soll Weber den Generationenwechsel in der Bank begleiten und sie so fit machen für die Zukunft. Entsprechend "herausragend“ nennt er das Angebot: Er soll ein Grundgehalt von 1,5 Millionen Franken im Jahr beziehen.

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