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Gehälter: 761 000 Euro für Vorstände

von Manfred Engeser

761 000 Euro Gehalt haben Vorstände im Jahr 2009 erhalten. Das ist weniger als vor der Krise. Aber die Boni für kurzfristige Erfolge sind noch immer zu hoch.

Frauen sind laut einer Studie Quelle: dpa
Frauen sind laut einer Studie mit weniger Gehalt zufrieden Quelle: dpa

Eigentlich sind die Vorgaben eindeutig: „Die Vergütungsstruktur ist bei börsennotierten Gesellschaften auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten. Variable Vergütungsbestandteile sollen daher eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben“ – so steht es in Paragraph 87, Absatz 1. Die Bestimmung ist Teil des Gesetzes, das die Regierung im Sommer 2009 verabschiedet hatte.  Dieses „Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung“ ist eine Reaktion auf vergangene Gehaltsexzesse auf Top-Management-Ebene. Und soll verhindern, dass sich Vorstände börsennotierter Unternehmen für Schnellschüsse belohnen: Entscheidungen, die zwar kurzfristig Umsatz, Rendite und Aktienkurs nach oben treiben, dem Unternehmen langfristig aber schaden.

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Nur: Kaum einer der börsennotierten Unternehmen in Deutschland hält sich daran.

Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die  Studie „Vergütung deutscher Vorstandsorgane 2010“ des Instituts für Unternehmensführung (IBU) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und des Center for Entrepreneurial and Financial Studies (CEFS) der Technischen Universität München. Analysiert wurden die Vorstandsvergütungen von rund 330 deutschen Aktiengesellschaften aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX für die Jahre 2005 bis 2009.

Manager spüren schlechte Performance zu wenig

Das ernüchternde Fazit der Untersuchung: Die Vergütung von Vorstandsorganen deutscher Aktiengesellschaften orientiert sich in vielen Unternehmen des nach wie vor nicht ausreichend an langfristigen Zielen. Sowohl Bonuszahlungen als auch Vergütungskomponenten, die sich an der Entwicklung des Aktienkurses orientieren, sind trotz der vom Gesetzgeber geforderten nachhaltigen Komponenten häufig noch immer zu kurzfristig ausgelegt. Immerhin noch jedes dritte Unternehmen koppelt einen Teil des Gehalts an die Entwicklung des Aktienkurses – im Schnitt sieben Prozent der Gesamtvergütung.

Außerdem belohnten die Bonusprogramme die Manager zwar regelmäßig für eine positive Entwicklung des Unternehmens. Umgekehrt allerdings spürten die Top-Manager eine schlechte Performance der Unternehmenskennzahlen und Börsenkurse zu wenig.

Immerhin: Auch am Gehaltszettel der Vorstände börsennotierter Unternehmen sind Wirtschafts- und Finanzkrise nicht spurlos vorüber gegangen. Nachdem sie 2007 ihren Höhepunkt erreicht hatte, ist die durchschnittliche Pro-Kopf-Vergütung in den vergangenen beiden Jahren deutlich gesunken. Mit durchschnittlich 761.000 Euro im Jahr 2009 verdienen Topmanager 2009 rund 16 Prozent weniger als 2007 und damit noch weniger als 2005 –damals landeten jährlich 769.000 Euro auf dem Konto eines Vorstands. 55 Prozent der Vorstände haben ein Jahresgehalt von unter 500 000 Euro, 19 Prozent der Unternehmen zahlen dagegen eine Million Euro oder mehr.

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