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Gehaltstest: Verdienen Sie, was Sie verdienen?

von Daniel Rettig

Wie viel steht Ihnen trotz Krise zu? Antworten gibt der große Gehaltstest der WirtschaftsWoche und der Vergütungsberatung Personalmarkt. Die Einkommen von 470 Berufen und Positionen im Vergleich.

kliewer
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Anna Kliewer ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir unserem Bauchgefühl trauen können. Vor drei Jahren war die Berufseinsteigerin eigentlich am Ziel – ein Maschinenbau-Diplom der Uni Karlsruhe in der Tasche, einen Arbeitsvertrag in Aussicht. Der Kosmetikkonzern L’Oréal hatte sie während des Studiums mit einem Stipendium gefördert, jetzt wollte er Kliewer länger an sich binden. Bloß: Sie wollte nicht. Das Bauchgefühl.

Bei einer Absolventenmesse in Karlsruhe hatte sie Kontakt zu Personalern des Maschinen- und Anlagenbauers Dürr geknüpft. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Bietigheim-Bissingen gehört zu den Hidden Champions der deutschen Industrie – auch Kliewer kannte ihn vor der Messe nicht. 

Wenige Wochen später unterschrieb sie dort einen Trainee-Vertrag. Auch deshalb, weil sie sich bereits während der Bewerbungsgespräche im Unternehmen wohl fühlte und ihr die Mitarbeiter sofort sympathisch waren. Bereut hat sie das nie: Die 27-Jährige arbeitet schon als Projektmanagerin bei Dürr Systems, wo Lackieranlagen für Autokonzerne geplant und gebaut werden – Angestellte in dieser Position verdienen nach dem Trainee-Programm pro Jahr etwa 50 000 Euro.

Durchschnittseinkommen in der Krise gesunken

Das Thema Gehalt, in Deutschland traditionell neidbehaftet, bekam in den vergangenen Wochen zusätzliche Brisanz – auch durch zwei Mitteilungen des Statistischen Bundesamts.

Zum einen verkündete die Behörde, dass der deutsche Durchschnittsmann im Jahr 2008 pro Stunde 18,90 Euro brutto verdiente, Frauen aber nur 14,51 Euro. Ein Unterschied von 23 Prozent, was gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist: Nur 4 der 27 EU-Staaten bezahlen Frauen schlechter. Zudem teilten die Statistiker mit, dass die deutschen Arbeitnehmer im Krisenjahr 2009 real immer weniger verdienen. Aktuell liegt das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen bei 27 648 Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das zwar nur einen Rückgang von mickrigen 0,4 Prozent. Doch der Abstieg ist ein Novum. Noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik waren die Bruttoeinkommen im Jahresvergleich geschrumpft – weder während der Ölkrise in den Siebzigern noch beim Platzen der Dotcom-Blase Anfang des neuen Jahrtausends. Damit ist die Krise endgültig in den Portemonnaies angekommen – und in den Köpfen.

Schon im September bestanden nur noch neun Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte auf mehr Geld als Belohnung für ihre beruflichen Leistungen, ergab eine Umfrage der Online-Stellenbörse Stepstone mit knapp 9500 Beteiligten. 47 Prozent gaben an, auf mehr Geld verzichten zu wollen. Sicher auch aus Angst, ansonsten den Job zu gefährden.

Und dieses Jahr? Müssen Arbeitnehmer eine weitere Sparrunde hinnehmen? Noch mehr verzichten? Oder können Einsteiger, Berufserfahrene und Führungskräfte jetzt doch wieder mehr verlangen? Und wenn ja, wie viel?

Antworten liefert die Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt, die zusammen mit der WirtschaftsWoche dutzende Gehaltstabellen ausgewertet hat. Insgesamt analysierten die Personalmarkt-Berater knapp 380 000 Datensätze – 326 000 von Mitarbeitern, 54 000 von Führungskräften. Das Ergebnis: Deutschlands größter Gehaltstest.

Damit die Einkommen besser vergleichbar sind, wurden sie in Grundgehälter und Indexzahlen umgewandelt. In der Haupttabelle finden Sie 474 Basisgehälter, aufgeteilt in je 23 Wirtschaftszweige und Berufsgruppen, vom Geschäftsführer einer Bank über den Marketingchef eines Softwareunternehmens bis zum Sachbearbeiter einer Zeitarbeitsfirma.

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6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.03.2010, 21:57 UhrAnonymer Benutzer: Leiter

    ERA steht für - das ist aber eine gewaltige bildungslücke Herr Rettig ! - "Entgelt-Rahmen-Abkommen". Das ist ein brnachenspezifisches Tarifvertragswerk, das u.a. dazu führt, daß es bei nach ERA eingruppierten Mitarbeitern u.a. keine Differenzierung nach Arbeitern und Angestellten mehr gibt und eine Eingruppierung ausschließlich nach tarifl. Eingruppierungsmerkmalen erfolgt. Alter, betriebszugehörigkeit, Qualifikation etc. spielen keine Rolle mehr. Eine bevorzugung älterer Mitarbeiter findet nicht mehr automatisch statt. Statt dessen gibt es eine Reihe tarifl. Eingruppierungsbeispiele, die als Vorlage/ Rahmen genutzt werden können. "Anwesenheit" wird nicht bezahlt; es werden Stellenprofile erstellt und diese eingruppiert, nicht mehr die "die Nase" des Mitarbeitersa X oder Y. Soweit die Theorie. Und ich kann behaupten, daß es im betriebl. Umfeld funktioniert, habe ich als Arbeitsgebervertreter nämlich selbst durch und mit betriebsrat verhandelt. 100& Widersprüche gegen die Eingruppierung waren ein schöner Erfolg (Achtung : ironie !), doch am Schluß (so nach 2 Jahren) war alles in trockenen Tüchern. (Wenn ich in 25 Jahren Rente gehe(n darf), schreibe ich ein buch darüber. Denn was ich während der Verhandlungen mit dem betriebsrat und den Mitarbeitern erlebt habe, glaubt mir heutzutage sowieso keiner.)

  • 20.03.2010, 01:45 UhrAnonymer Benutzer: ich

    es gibt keine rechtfertigung das jemand mehr als 250000€ im jahr brutto verdient. kein job der welt ist mehr wert.
    vor allem die der banker nicht.
    es kann jeden ausreichend gut gehen. dh dach über den kopf sprich eigene wohnung und jeden tag ausreichend zu essen um sich gesund zu ernähren. leider ist dies für viele arbeitstätige in der heutigen zeit nicht möglich. und das ist traurig.

    das geld ist zu ungerecht verteilt.

  • 19.03.2010, 18:45 UhrAnonymer Benutzer: verwirrt

    es wurden wohl nur die besser verdienenden berücksichtigt beim grossen gehahlttest.
    viele kommen nicht mal annährend an die 30000€ minimum in der liste ran.
    sowas kommt wie einschlag ins gesicht gleich.

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