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Große Serie: Neue Volkskrankheit: Stress ohne Ende

Bereits jeder fünfte Deutsche leidet unter Stress. Die Weltgesundheitsorganisation hat die neue Volkskrankheit zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Eine dreiteilige Serie erklärt, was Stress wirklich ist, wie er wirkt und was Sie und die Unternehmen dagegen tun können.

Stress im Beruf: Jeder fünfter Deutsche leidet unter der Volkskrankheit,  BKK Bundesverband/dpa/gms
Stress im Beruf: Jeder fünfter Deutsche leidet unter der Volkskrankheit, Foto: BKK Bundesverband/dpa/gms

Stress ist ein bisschen wie Klimawandel: Beides wird unterschätzt, und wenn man nichts dagegen unternimmt, endet beides katastrophal. Zwar hat Stress auch eine positive Seite: Ohne Druck wäre jeder Job auf Dauer langweilig. Hält der Stress aber länger an, macht jeder Job auf Dauer krank. Und Letzteres überwiegt neuerdings. Stress ist kein Zipperlein unruhiger Jammerlappen und Weicheier – er ist eine Volkskrankheit, die Unternehmen und Volkswirtschaft jedes Jahr Milliarden Euro kostet. Laut Statistischem Bundesamt lagen im Jahr 2004 allein die direkten Versorgungskosten für psychische Krankheiten bei 22,8 Milliarden Euro. Stress ist die Hauptursache psychischer Erkrankungen – und deren Zahl steigt stetig: Zwischen 1997 und 2004 haben die seelischen Leiden am Arbeitsplatz um 70 Prozent zugenommen. Jeder fünfte Deutsche zeigt inzwischen typische Stresssymptome wie Kopfschmerzen, Herzrasen, Schlafstörungen oder Durchfall. Und obwohl die Krankenstände seit 1991 rückläufig waren, schnellten laut Gesundheitsbericht des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) die psychisch bedingten Fehlzeiten um 33 Prozent in die Höhe. Bereits jeder zehnte Fehltag geht heute auf das Konto von Stress. Für die Mediziner ist Stress das zentrale Problem der Leistungsgesellschaft. Unisono schlagen Ärzte und Psychologen Alarm, weil der Stress zwar bedenklich zunimmt, aber selten richtig behandelt wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihn zu „einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts“ erklärt. Schon heute sei seelischer Druck für 70 Prozent aller Krankheiten mitverantwortlich. Waren 1990 die drei größten Leiden der Menschheit Lungenentzündung, Durchfall und Kindstod, so sind es 2020 nach WHO-Prognosen: Herzinfarkt, Depressionen, Angststörungen und Verkehrsunfälle – zumindest die ersten drei sind häufig Folgen von Stress.

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Kinder haben Stress in der Schule, Studenten in der Uni, Erwachsene im Job; wir spüren den steigenden Druck im Büro genauso wie in der Freizeit, im Sport, im Stau, im Freundeskreis, in der Ehe und beim Sex. Stress hat das Leben fest im Würgegriff. Hinzu kommt die Beanspruchung durch moderne Technik: Gedacht als elektronische Helfer bei der Arbeit, sorgen Blackberry, Handy und WLAN-Laptops dafür, dass wir rund um die Uhr erreichbar bleiben und kaum noch abschalten können. Mitte der Siebzigerjahre hatte der britische Premierminister Harold Wilson noch vorausgesagt, dass die Technik den Menschen im 21. Jahrhundert ermöglichen werde, nur noch 20 Stunden in der Woche zu arbeiten. So kann man sich täuschen: Wir arbeiten mehr denn je und rund um die Uhr – jede Menge Action ohne Satisfaction.

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