4,1 Prozent weniger Gründungen: Die Deutschen sind Gründermuffel

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4,1 Prozent weniger Gründungen: Die Deutschen sind Gründermuffel

Immer weniger Deutsche wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Im Jahr 2013 wurden nur rund 129.000 größere Betriebe neu gegründet. Das sind 4,1 Prozent weniger als noch 2012. Dafür gaben auch weniger Firmen auf.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr so wenige Betriebe gegründet worden wie seit 2003 nicht mehr. Rund 129.000 Menschen meldeten eine Firma an, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das waren 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Schon 2012 war die Zahl dieser Gründungen um 7,0 Prozent zurückgegangen.

Zugleich meldeten nur 238.000 Menschen ein Kleinunternehmen an, also einen Betrieb ohne Angestellte und ohne Eintrag ins Handelsregister. Das waren 2,2 Prozent weniger als 2012 nach minus 17 Prozent zuvor.

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Tipps

  • Auf welche Regeln Nebenhergründer achten müssen

    Arbeitgeber dürfen den Gründergeist ihrer Angestellten nicht nach Belieben bremsen: Wer hauptberuflich einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungnachgeht, darf sich nebenher selbstständig machen, wenn er auf Folgendes achtet: „Wenn Interessen des Arbeitgebers berührt werden oder es im Arbeitsvertrag vereinbart ist, muss er grundsätzlich über die Nebentätigkeit informiert werden“, sagt Arbeitsrechtlerin Katharina Müller von der Kanzlei Osborne Clarke. Allerdings kann der Arbeitgeber die Genehmigung nur aus „dringenden betrieblichen Gründen“ untersagen. Etwa wenn die Arbeit unter der Selbstständigkeit merklich leidet oder die gesetzliche Arbeitszeit von täglich acht beziehungsweise 48 Stunden wöchentlich dauerhaft überschritten wird.

Sowohl mit größeren Betrieben als auch mit Kleinunternehmen wagten so wenige Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wie seit mindestens 2003 nicht, erklärten die Statistiker. Für die Zeit davor liegen demnach keine vergleichbaren Angaben vor.

Ein Grund für die Entwicklung könnte der relativ robuste Arbeitsmarkt und die hohe Beschäftigung sein. „Der Druck, sich im Vollerwerb selbstständig machen zu müssen, blieb aufgrund der anhaltend guten Arbeitsmarktsituation wie erwartet gering“, hatte die Förderbank KfW dazu kürzlich erklärt.

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Hingegen stieg die Zahl der Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben um 3,2 Prozent auf fast 249.000. „Der Markt ist da - und viele nutzen ihn offenbar, um sich mit einer Selbstständigkeit im Nebenerwerb etwas hinzuzuverdienen“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Insgesamt wurden mit rund 615.600 Betrieben als Haupt- und Nebenerwerbsquelle 0,5 Prozent weniger gegründet als im Vorjahr.

Dank der relativ robusten Konjunktur mussten 2013 allerdings auch so wenige Betriebe wie nie seit Beginn der Erhebungen 2003 aufgegeben werden. Nach den Angaben wurden 116.000 größere Betriebe (minus 5,1 Prozent gegenüber 2012) und rund 276.000 (minus 5,5 Prozent) Kleinunternehmen abgemeldet.

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