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Börsengang : Zynga fordert Aktien von Mitarbeitern zurück

von Oliver Voß

Wie viele Start-Ups hat die Facebookspielefirma Zynga Mitarbeiter mit Aktien gelockt. Nach den Börsengang könnten die zweistellige Millionenbeträge wert sein. Doch Zynga fordert Anteile zurück und droht sonst mit Kündigung.

Zynga-Chef Mark Pincus war zu freigibig mit Aktien und fürchtet nun ein "Google-Koch-Szenario". Quelle: REUTERS
Zynga-Chef Mark Pincus war zu freigibig mit Aktien und fürchtet nun ein "Google-Koch-Szenario". Quelle: REUTERS

Der Koch Charlie Ayers ist eine Legende im Silicon Valley. Das liegt weniger an seinen, sicher hervorragenden Kochkünsten, die den besonderen Ruf der Google-Kantine begründeten, sondern vielmehr an seinen Aktienoptionen. Denn wie andere Angestellte auch, erhielt der Google-Mitarbeiter Nr. 56 Anteilsscheine. Als Ayers diese nach seinem Ausscheiden 2006 versilberte, waren die Aktien 26 Millionen Dollar wert.

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Solche Entwicklungen fürchtet nun die Computerspielefirma Zynga. Das mit seinen Facebook-Spielen enorm populär gewordene Unternehmen bereitet derzeit den Börsengang vor und könnte dabei mit bis zu 20 Milliarden Dollar bewertet werden. Daher bekommen auch die großzügig ausgegebenen Anteile von Mitarbeitern der ersten Stunde einen Wert, der bei der Gründung im Jahr 2007 nicht absehbar war.

Zynga-Manager fürchten daher ein „Google-Koch-Szenario“, berichtet das „Wall Street Journal“. Und um das zu verhindern ergreift Firmenchef Mark Pincus radikale Schritte: Er fordert von einigen Mitarbeitern die Rückgabe von Aktien und droht anderenfalls mit der Kündigung.

Vergütungskultur im Silicon Valley gefährdet

Das Unternehmen soll dazu Listen erstellt haben und identifizierte dabei Mitarbeiter, deren Aktien mehrere zehn Millionen Dollar Wert sind. Laut dem Bericht der Wirtschaftszeitung sorgt sich Zynga vor allem darum, dass Mitarbeiter größere Anteile besitzen, als ranghöhere Angestellte, die erst später zum Unternehmen hinzugestoßen sind.

In einigen Fällen hat sich das Unternehmen mit Betroffenen geeinigt, doch es könnte auch noch zu Gerichtsverfahren kommen. Zynga ist dabei kein Einzelfall. Anwälte berichten, dass es in drei nicht namentlich genannten Social-Media-Start-Ups ähnliche Fälle geben soll.

Frisch gegründete Unternehmen gewinnen Talente damit, Aktienoptionen als Bestandteile auszugeben, in der Hoffnung diese gewinnen im Erfolgsfall massiv an Wert. So lassen sich umworbene Fachkräfte davon abhalten, zu bereits etablierten Unternehmen zu gehen. Doch sollte die Zynga-Praxis Schule machen, wäre ein zentrales Vergütungselement im Silicon Valley gefährdet.

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