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Crowdinvesting: Jeder kann investieren

Crowdinvesting: Dem Herdentrieb folgen

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Die Dax-Tafel Quelle: dpa
Im Gegensatz zu Fonds und Aktien ist das Crowdinvesting deutlich transparenter. Trotzdem sollte das Risiko wie an der Börse durch Investment in verschiedene Start-ups gestreut werden. Quelle: dpa

Jeder kann investieren

„Das Besondere an Crowdinvesting ist, dass wirklich jeder investieren kann“, sagt Jens-Uwe Sauer, Geschäftsführer von Seedmatch. Bisher waren Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen für Privatinvestoren, wenn überhaupt, fast ausschließlich über Private-Equity-Fonds möglich. „Im Vergleich zu Fonds bietet Crowdinvesting viel mehr Transparenz. Anleger wissen genau, in welchem Unternehmen ihr Kapital steckt“, sagt Sauer.

Schüttet ein Startup Gewinn aus, werden die Crowdinvestoren entsprechend ihrer Anteile daran beteiligt. Beim Ausstieg nach ein paar Jahren sind hohe Renditen drin. Angenommen, ein Anleger hat 500 Euro in ein Startup investiert und hält damit einen Anteil von 0,1 Prozent an dem Unternehmen.

Nach sechs Jahren kann er seine Beteiligung das erste Mal kündigen, je nach Vertrag. Im Erfolgsfall bekommt er dann nicht nur sein ursprünglich investiertes Kapital zurück, sondern wird entsprechend seines Anteils am aktuellen Unternehmenswert beteiligt.

Um diesen zu bestimmen, wird normalerweise der zuletzt erzielte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Startups mit einem vorher vertraglich festgelegten Faktor multipliziert. Ergibt sich beispielsweise ein Unternehmenswert von 1,5 Millionen Euro, erhält der Anleger davon 0,1 Prozent plus seine ursprüngliche Beteiligung von 500 Euro, sprich 2000 Euro. Das entspräche einer Rendite von satten 300 Prozent.

Riskantes Frühphasenkapital

Die Mindestlaufzeiten der Beteiligungen betragen etwa fünf bis sieben Jahre. Danach können Anleger kündigen. Auch die Startups können den Beteiligungsvertrag auflösen, in der Regel aber erst deutlich später.

Da es sich um eine stille Beteiligung handelt, müssen Anleger ihre erzielten Gewinne pauschal mit 25 Prozent versteuern. Eine Nachschusspflicht gibt es nicht: Ist das Startup nicht erfolgreich, geht lediglich das ursprünglich investierte Kapital verloren.

Um derart hohe Renditen zu erzielen, müssen Anleger aber zunächst einmal Geduld haben. Schließlich ist kaum zu erwarten, dass neu gegründete Unternehmen bereits in den ersten Jahren hohe Gewinne einfahren.

Derartiges Frühphasenkapital ist immer hochriskant“, sagt Christoph Schalast, Professor für Beteiligungsrecht an der Frankfurt School of Finance und Mitherausgeber des Fachbuches „Guide 2012 M & A und Corporate Finance“. Wer auf schnelle und sichere Rendite aus sei, sei beim Crowdinvesting falsch. Um Risiken zu streuen, sollten Anleger zudem in mehrere Startups investieren.

Wichtig sei, den Businessplan zu verstehen und im Idealfall mit der jeweiligen Branche vertraut zu sein, sagt Schalast. „Sonst wird das Investment schnell zum Lotteriespiel.“ Zusätzlich sollten sich Anleger mit den Auswahlkriterien der jeweiligen Crowdinvesting-Plattform vertraut machen, bevor sie Geld in ein unbekanntes Unternehmen investieren. Die Auswahl der Startups sollte transparent und für den Anleger nachvollziehbar sein.

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