DLD-Konferenz: "Es fehlt ein europäisches Pendant zu Google, Facebook oder Amazon"

DLD-Konferenz: "Es fehlt ein europäisches Pendant zu Google, Facebook oder Amazon"

von Michael Kroker

Dennoch muss sich Europa nicht hinter den USA verstecken, so das Fazit eines gut besuchten DLD-Panels über die Gründerszene in der alten Welt.

Es schneit schon am frühen Morgen, als die Besucher ins HVB-Forum in der Münchner City drängen: Der zweite Tag von Burdas Digital-Konferenz DLD steht ganz im Zeichen von Innovationen und neuen Technologien. Kein Wunder also, dass die Zuschauer beim Panel über die europäische Startup-Szene am Vormittag dicht gedrängt stehen und sitzen.

„Wir können uns hier zwar nicht einfach mal so über den Weg rennen und die nächste Idee in einer Kneipe besprechen, wie das im Silicon Valley möglich ist“, sagt Blogger Mike Butcher, der den Europa-Ableger des Technologieblogs TechCrunch in London leitet. Ansonsten habe die alte Welt viele Rückstände gegenüber den USA aufgeholt. Das sieht der Investor Stefan Glänzer, der allein in seinem in London ansässigen Brutkasten „White Bear Yard“ acht Startups betreut, ähnlich: In seinen Augen ist Gründerszene in London und vor allem in Berlin durchaus auf US-Niveau: „ Außer im Silicon Valley, in Bejing oder Shanghai gibt es derzeit wohl kaum eine solche Dichte an Gründergeist wie in Berlin Mitte.“

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Auch Jean-Paul Schmetz, früher CEO von Burda Digital und heute Chef des Inkubators 100 Better Pages, sieht neue Frontlinien: „Es geht nicht um Europa gegen die USA, sondern um das Silicon Valley gegen den Rest der Welt.“ Dieses Denken haben in den Augen von Lars Hinrichs aber noch längst nicht alle Unternehmensgründer in der alten Welt verstanden: „Europäer denken oft in technischen Features für einen bestimmten Nischenmarkt – im Sinne von: ,Wir konzentrieren uns erst einmal auf die 100 Millionen deutschsprachigen Menschen´“, so der Gründer von Xing, der heute mit HackFwd vor allem Tekkis durch eine Frühfinanzierung unterstützen will. „Amerikaner denken dagegen meist automatisch an die Möglichkeiten eines weltweiten Markts von zwei Milliarden englischsprachigen Menschen.“

Unter anderem aus diesem Grund seien europäische Business-Vorbilder so wichtig für die hiesige Szene: „Vor vielen anderen Dingen wäre es wichtig, dass wir endlich ein europäisches Pendant zu Google, Facebook oder Amazon bekommen.“ Ob wir eine derartige Geburt in den nächsten drei bis fünf Jahren werden beobachten können, will Glänzer nicht beantworten – trotz seiner Zuversicht bezüglich der Startup-Szene in Berlin.

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