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Facebook & Co.: Jagd nach Fans und Followern

von Jens Tönnesmann

Mein Tweet, meine Fanpage, mein Blog:Kein Startup kann es sich leisten, in sozialen Netzwerken nicht präsent zu sein. Wie Jungunternehmer von den neuen Kommunikationskanälen profitieren und welche Fehler sie vermeiden sollten.

Sven Matschinsky und Oliver Baumgart
Sven Matschinsky und Oliver Baumgart

Bier, Brötchen, Bratwürste und ein Tweet: Das reichte den Gründern der Internet-Plattform Friendticker, um auf der Internet-Konferenz Next zum Gesprächsthema zu werden. Und zwar ohne selbst im Saal zu sein.

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Auf der Veranstaltung treffen sich Internet-Experten, Marketingprofis und Journalisten – also all jene Multiplikatoren, die Friendticker bekannter machen könnten. Doch die Teilnahme kostet rund 1000 Euro. „Wir standen vor dem üblichen Startup-Problem“, sagt Gründer Florian Resatsch. „Uns fehlte das Geld.“

Also rückten die Jungunternehmer ohne Eintrittskarten, dafür aber mit Grill und Fleisch an. Und sie informierten die Konferenzteilnehmer per Mikrobloggingdienst Twitter über das „Guerilla-Grillen“ mit Freibier und Gratis-Steaks vor der Tür. Der Tweet verbreitete sich binnen Minuten wie ein Lauffeuer. Rund 50 Besucher konnten die Gründer anlocken und ihnen von ihrem Unternehmen erzählen.

80 Prozent setzen auf Facebook

„Unterm Strich hat die Aktion nur halb so viel gekostet wie ein einziges Ticket“, sagt Resatsch, „aber sie war mindestens doppelt so wirksam.“

Twittern, bloggen, facebooken: Fast jedes zweite deutsche Unternehmen kommuniziert heute in sozialen Netzwerken, wie eine Studie des Marketingdienstleisters eCircle belegt. Rund 80 Prozent von ihnen setzen auf Facebook – so viele setzen auf kein anderes soziales Netzwerk. Das ist wenig überraschend: Allein die Zahl der Facebook-Nutzer in Deutschland ist seit Oktober 2008 von 1,2 auf rund 20 Millionen gestiegen.

Das klingt nach einer großen Party, auf der jeder mitfeiern möchte und die nicht einmal Eintritt kostet. Gerade für Gründer, die zumeist ohne große Budgets auskommen müssen, macht das die neuen Kommunikationskanäle besonders attraktiv. „Auf Twitter und bei Facebook mischt -inzwischen fast jedes Startup mit“, hat Alexander Hüsing vom Portal Deutsche-Startups beobachtet.

Aktive Fans sind bessere Fans

Der Nutzen, den Unternehmen daraus ziehen können, ist vielfältig. HackFwd aus Hamburg etwa, das wie ein Inkubator selbst neue Internet-Startups aufbaut, verbreitet via Twitter regelmäßig Videos von Vorträgen der Experten, die auf seinen Entwickler-Konferenzen auftreten.

Die Strategie, im sozialen Netz Inhalte zu verschenken, hat dem Unternehmen geholfen, mit weniger als 300 abgesetzten Kurznachrichten auf Twitter mehr als 3000 Follower hinter sich zu versammeln – darunter viele Gründer und Investoren.

Die wiederum „retweeten“ die Kurznachrichten von HackFwd, leiten sie also an ihr eigenes Netzwerk bei Twitter weiter, und erleichtern dem Unternehmen so die Suche nach Mitarbeitern oder Testern für neue Projekte.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 18.06.2011, 18:53 UhrAnonymer Benutzer: Don Biscovitch

    Was immer gerne im freudvoll suggestiven Vermarktungstaumel und allseitig frontal formulierter PR Hektik vergessen wird, ist das "soziale Netzwerke" schon immer von Menschen gebildet und geformt worden sind.

    in allen möglichen und eventuell unmöglichen Situationen (KZ, Lager und Gefangnisleben, etc) und Umständen. Menschen haben sich auch schon vor der imternet Hype vernetzt, ausgetauscht, wie sozial ausgerichtet mit einander beschäftigt und gemeinschaftliche interessen vertreten.

    Tatsache, die um so erheblicher und massiver aktuell ausgeblendet und verleugnet wird, um besser zu suggerien, in dessen Verkennung, das Menschen nicht erst mit Hilfe irgendwelcher technischen und user abhängigen-konformisierenden Medien dazu befähigt wurden, zu kommunzieren und ihre auch basis- orientierten interessen auszudrücken und Zweck-dienlich zu formulieren.

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