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Gründer im Ausland: Wie sich Unternehmer bei der Expansion verzetteln

von Jens Tönnesmann

Der Anwalt und Startup-Experte Konstantin Ewald erklärt, welche rechtlichen Fallstricke junge Unternehmer bei der Expansion ins Ausland beachten müssen.

Anwalt und Startup-Experte Ewald: "Wer zu früh internationalisiert, läuft Gefahr, sich zu verzetteln". Quelle: Dominik Pietsch für Wirtschaftswoche
Anwalt und Startup-Experte Ewald: "Wer zu früh internationalisiert, läuft Gefahr, sich zu verzetteln". Quelle: Dominik Pietsch für Wirtschaftswoche

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WirtschaftsWoche: Herr Ewald, nur wenige Gründer etablieren sich im Ausland. Warum?

Ewald: Heutzutage ist es leicht, Kunden im Ausland zu bedienen – vor allem für Internet-Startups, auf deren Plattformen von überall zugegriffen werden kann. Klar, dass manche Gründer ihre Produkte von Anfang an in mehreren Ländern anbieten. Aber wer zu früh internationalisiert, läuft Gefahr, sich zu verzetteln.

Das müssen Sie erklären.

Es kostet nicht nur Geld, seine Produkte in aller Welt anzubieten. Jeder Markt hat seine Eigenheiten: Kunden mit unterschiedlichen Vorlieben, Mitbewerber mit mehr Energie und nicht zuletzt ein Rechtssystem mit eigenen Tücken. Also lieber einen Gang zurückschalten, erst mal in Deutschland ein funktionierendes Angebot aufbauen und dann Schritt für Schritt expandieren – zunächst nach Österreich und in die Schweiz, wo das Rechtssystem dem deutschen ähnlich ist.

Gibt es innerhalb Europas denn noch nennenswerte rechtliche Hürden?

Es ist einfach wie nie, von Deutschland aus Geschäfte in ganz Europa zu machen. Risiken gibt es trotzdem: Wer beispielsweise von Deutschland aus Kunden in Europa bedient, unterliegt automatisch dem Verbraucherschutzrecht in deren Heimatländern. Ein Beispiel: In Deutschland kann man seine Online-Einkäufe zwei Wochen lang widerrufen – für Kunden aus anderen europäischen Ländern gelten ganz andere, sehr unterschiedliche Fristen.

Wie lassen sich Konflikte vermeiden?

Anfangs sollten Gründer sehr kulant mit ihren Kunden im Ausland umgehen. Sobald sie einen Kundenstamm aufgebaut haben, sollten sie rechtliche und vor allem auch steuerliche Fragen mit Experten klären. Sonst fliegt ihnen das Geschäft womöglich um die Ohren, wenn es eine größere Dimension erreicht hat.

Welche Fallen gibt es noch?

Wer seine Kundendaten auf Rechner außerhalb Europas überträgt, weil dort die Kapazitäten günstiger sind, muss dafür häufig die Einwilligung seiner Kunden einholen. Das wird dann zum Problem, wenn man gar nicht weiß, wo genau diese Daten in der Rechnerwolke des Internets lagern. Die Datenschutzbehörden haben angekündigt, genauer hinzuschauen – das ist eine Gefahr für viele Unternehmen.

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