Gründer: Innovation statt Imbissbude

Gründer: Innovation statt Imbissbude

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Houman Gieleky (links) ist vor 16 Monaten mit der Internet-Plattform TopTranslation online gegangen. Die Gewinne investiert der gebürtige Iraner in den Ausbau seines Angebots.

von Jens Tönnesmann

Sie sind mutig, erfinderisch und schaffen Arbeitsplätze: Unternehmer mit Migrationshintergrund sind aus der deutschen Gründerszene nicht mehr wegzudenken. 30 Prozent aller Gründungen erfolgt durch Ausländer, ergab nun eine Untersuchung für das Bundeswirtschaftsministerium.

Der Auftrag klang kompliziert: Dutzende von Dokumenten brauchte der Kunde nicht nur auf Deutsch, sondern gleich in 27 Sprachen – darunter Persisch, Kroatisch und Bulgarisch. Und zwar innerhalb von einer Woche.

Eine Mammutaufgabe – und doch Routine für Houman Gieleky. Der gebürtige Iraner, der neben Persisch und Deutsch noch Englisch und Russisch beherrscht, wickelt über die von ihm gegründete Online-Plattform TopTranslation Übersetzungsaufträge ab, die seine Kunden dort hochladen.

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36 fest angestellte Mitarbeiter in Hamburg sorgen dafür, dass die Dokumente bei dem für den jeweiligen Auftrag am besten geeigneten Fachübersetzer landen, die zu Hunderten weltweit frei für den Hamburger Mittelständler arbeiten.

Ist der Text übersetzt, prüft das TopTranslation-Team das Ergebnis auf Qualität. „Es läuft rund“, sagt Gieleky, der TopTranslation vor eineinhalb Jahren gegründet hat. „Wir müssen uns bemühen, auf dem Boden zu bleiben.“

Ein Satz, der Gieleky vor wenigen Jahren wohl nicht über die Lippen gekommen wäre. Denn hinter ihm liegen 33 Jahre, die lange nicht auf seinen derzeitigen Erfolg als Unternehmer hindeuteten: Als Kind floh er mit seinen Eltern aus dem Iran erst nach Indien, dann nach Afghanistan.

Vom Flüchtling zum Gründer

Später schickten ihn seine Eltern auf ein Internat nach Russland. Als Gieleky zwölf wurde, beantragte die Familie in Deutschland Asyl. Schon bald stellte Gieleky fest, dass er hierzulande nicht dieselben Chancen bekommen würde wie ein Einheimischer. „Ich kann hier nur etwas reißen“, merkte er, „wenn ich etwas Eigenes auf die Beine stelle.“

Vom Flüchtling zum Gründer, vom Asylbewerber zum Arbeitgeber: Karrieren wie die von Jungunternehmer Gieleky sind in Deutschland längst keine Seltenheit mehr.

Ob Aussiedler aus Osteuropa oder Asylbewerber aus Afrika, ob Gaststudent aus Ostasien, Gastarbeiterkind aus Anatolien oder Tüftler aus Zentraleuropa – etwas Eigenes auf die Beine stellen, sein eigener Chef sein, das ist für viele Menschen mit Migrationshintergrund eine attraktive Option.

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