Gründer : Jungunternehmer verdienen nicht genug

Gründer : Jungunternehmer verdienen nicht genug

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Insolvenz

Die Zahl der Insolvenzen ist wieder gestiegen. Doch viele junge Unternehmen schließen auch, obwohl sie Gewinne erzielen. Der Hauptgrund dafür: Die Gründer verdienen nicht so viel, wie erhofft.

Man muss nur eine zündende Idee haben, kann sein eigener Chef sein und hat nach zehn Jahren ausgesorgt. So stellt sich mancher die Gründung eines Unternehmens vor. Doch die Realität ist – trotz wirtschaftlichem Aufschwung – von Pleiten gezeichnet, wie die Zahlen des statistischen Bundesamtes zeigen.

Im Vergleich zum letzten Jahr stieg die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen von Januar bis Mai 2010 um 2,7 Prozent. In fünf Monaten gab es 13.716 Unternehmenspleiten. Darunter sind auch bekannte Namen, wie der Kabelnetzbetreiber Primacom, die Discountergruppe MäcGeiz, der Wohnmobil-Hersteller Westfalia und die Werbeagentur Springer & Jacoby. Für das Gesamtjahr rechnet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit bis zu 36.000 Insolvenzen, das wären noch 3000 mehr als im Krisenjahr 2009.  

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40 Prozent der Unternehmensschließungen freiwillig

Doch oft sind es gar nicht wirtschaftliche Nöte oder Missmanagement, die zu Unternehmensschließungen führen. Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW, von Creditreform und der Universität Mannheim überrascht mit neuen Erkenntnissen. So sind viele Schließungen nicht zwingend notwendig - zumindest nicht aus wirtschaftlicher Sicht.

„Ein bemerkenswert hoher Anteil der Schließungen junger Unternehmen wird ohne unmittelbaren wirtschaftlichen Zwang vollzogen“, schreiben die Autoren der Studie.

40 Prozent der Unternehmensschließungen erfolgten freiwillig, da die Unternehmer keine für sie ausreichende Entlohnung erzielen konnten oder Stress und familiäre Auswirkungen als zu belastend empfanden. Laut Berechnungen der Autoren gingen auf diese Weise pro Jahr 55.000 Arbeitsplätze verloren.

Schließung trotz Gewinn

Die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellte Studie untersuchte den Zeitraum von 2000 bis 2008. Erfasst wurden 30.000 jährliche Schließungen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Bau, Dienstleistungen und Versicherungen.

Nur 15 Prozent der jährlichen 60.000 bis 75.000 schließenden Unternehmen beantragte Insolvenz. Ein deutlicher Unterschied zwischen Insolvenzen und anderen Schießungen zeigte sich beim Faktor Entlohnung. Die Unternehmer, die ihr junges Unternehmen ohne wirtschaftlichen Zwang geschlossen haben, gaben als häufigste Ursache enttäuschte Einkommenserwartungen aus der Unternehmertätigkeit an. Der erhoffte „Risikozuschlag“ im Vergleich zu einer Anstellung bleibt oft aus. Dabei hatten 70 Prozent der geschlossenen Jungunternehmen im Laufe ihres Bestehens die Gewinnschwelle überschritten. Ein weiteres Belastungskriterium, das knapp ein Viertel der Befragten anführte, war die hohe persönliche Haftung.

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