Gründerförderung: Start-ups und Investoren sprechen verschiedene Sprachen

GastbeitragGründerförderung: Start-ups und Investoren sprechen verschiedene Sprachen

Gründerförderung wird in Deutschland häufig mit Gründerfinanzierung gleichgesetzt. Auch deshalb finden Start-ups nur schwer Investoren. Dabei ist genug Geld vorhanden. Es scheitert, wie so oft, an der Kommunikation.

Vielfach beklagen Startups, in Deutschland schwerer an Geld zu kommen als im Silicon Valley. Aber gibt es in Deutschland wirklich nicht genug Kapital?

Keine Investoren, die bereit sind, für den Aufbau neuer Unternehmen Geld in die Hand zu nehmen? Grundlegend ist genügend Kapital vorhanden, leider finden aber Ideen und Finanzen noch viel zu selten zusammen.

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Das Problem: Beide Seiten müssen erst einmal von der jeweils anderen wissen. Und selbst dann führen mangelnde Kommunikation und abweichende Vorstellungen oft dazu, dass keine Finanzierung erfolgt. Es besteht also ein verbesserungswürdiges Verhältnis zwischen denen, die Ideen haben, und denen, die diese Ideen finanzieren könnten.

Zum Autor

  • Daniel Markgraf

    Prof. Dr. Daniel Markgraf ist Professor an der Stuttgarter Fernhochschule AKAD University, Mitgründer des Online-Portals unternehmenswelt.de und sitzt im Aufsichtsrat der Gründerberatung Foundervision. Im September startete sein neuer Studiengang MBA Entrepreneurship und Innovation an der AKAD University, in den er seine jahrelangen praktischen Erfahrungen eingebracht hat.

     

    Informationen über den Studiengang gibt es hier.

Um Frustration zu vermeiden und Unternehmensgründungen in Deutschland zu fördern, brauchen die verschiedenen Akteure vor allem eines: eine gemeinsame Basis aus Fachwissen und Netzwerk. Gründer, Berater und Investoren benötigen allesamt betriebswirtschaftliche Grundlagen. Sie müssen die Perspektive des anderen nachvollziehen können. Und sie brauchen ein solides Netzwerk, das wiederum aus anderen Gründern, Beratern und Investoren besteht und mit dem sie sich austauschen können. Das klingt banal, verlangt aber nicht weniger als ein Allround-Talent.

Woher Startups ihr Kapital erhalten

  • Eigene Ersparnisse

    82,5 %

    Quelle: Deutscher Startup Monitor/Bundesverband Deutsche Startups, 2014

  • Familie und Freunde

    32,7 %

  • Staatliche Fördermittel

    29,1 %

  • Business Angels

    28,2 %

  • Inst. Risikokapitalgeber

    21,4 %

  • Inkubatoren

    10,9 %

  • Bankdarlehen

    10,2 %

  • Schwarmfinanzierung

    4,1 %

Betrachtet man allein die BWL-Kenntnisse wird von Beratern und Investoren Expertise in Projektmanagement, Marketing und Personalwesen, aber auch Qualitätsmanagement, Investitionen und Steuern verlangt. Da die meisten Gründer diese Kompetenzen zu Beginn nicht oder kaum auf andere Schultern verteilen können, müssen sie sich zwangsläufig selbst in allen Bereichen auskennen. Zumindest dann, wenn sie ihre Berater verstehen und sich mit Investoren auf Augenhöhe unterhalten wollen. 

Business Plan kann man lernen

Neben diesen allgemeinen Kenntnissen helfen auch erste Erfahrungen mit einem Business Plan dabei, den Sparkassenberater oder Investor zu überzeugen. Ein Business Plan hat das Potenzial, das Herz eines Startups zum Schlagen zu bringen – oder frühzeitig zum Verstummen. Gründer sollten sich daher in einer geschützten Umgebung an einem Test-Business-Plan versuchen, sich mit anderen dazu austauschen und aus deren sowie den eigenen Fehlern lernen. Wer all diese Erfahrungen in ein Gespräch mit Finanzentscheidern einfließen lässt, der verbessert seine Chancen, mit einem gut durchdachten Plan an eine solide Finanzierung zu kommen.

Doch nicht nur der Gründer steht in einer natürlichen Bringschuld, wenn es darum geht, sich das nötige Know-how anzueignen, bevor er sich ins Abenteuer stürzt. Auch Berater und Investoren sollten schon einmal selbst einen Business Plan aufgestellt haben. So können sie kritischer hinterfragen, konstruktivere Vorschläge machen – und steigern ihren eigenen Marktwert als Experten.

Ohne Netzwerk geht es nicht

Neben betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen und ersten Erfahrungen mit dem Konzept eines Business Plans, verlangt eine gemeinsame Wissensbasis von den drei Parteien nicht zuletzt auch: Kommunikation. Gründer, Berater und Investor sollten ein Netzwerk schmieden und untereinander kontinuierlich den Austausch suchen, um die Perspektive der anderen in die eigene Arbeit einfließen zu lassen. Denn die Kontakte dieser Kontakte bilden wiederum ein Sicherheitsnetz. Wenn das Startup auf der Suche nach neuen Finanzspritzen ist, wenn der Investor seinem Chef vielversprechende Gründer vorschlagen soll, dann kann das erweiterte Netzwerk aktiviert werden. Die anderen Parteien sind dann wertvolle Multiplikatoren.

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BWL-Kenntnisse erwerben, Business Plan üben, Netzwerk aufbauen. Keine einfache Vorbereitung für Gründer und Berufsgruppen, die sie verstehen und mit ihnen arbeiten wollen. Für die entsprechende Qualifikation gibt es kein Pauschalrezept. Der eine sucht sich die Informationen in Infobroschüren, Bibliotheken und im Internet zusammen und baut sein Netzwerk auf diversen Startup-Veranstaltungen auf. Der andere wünscht sich mehr Anleitung, vielleicht sogar eine akademische Basis und einen offiziellen Abschluss, der sein Gründerwissen auch für Außenstehende ersichtlich macht.

Für welchen Weg sich die Gruppen auch entscheiden: Eine gemeinsame fachliche Basis und der kontinuierliche Austausch im gemeinsamen Netzwerk sind der beste Ansatz, um den Gründerstandort Deutschland und Investitionen in Startups nachhaltig zu fördern – und deren Flucht ins Ausland zu verhindern.

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