Gründertagebuch: Auf Geldjagd

Gründertagebuch: Auf Geldjagd

Philipp Gloeckler berichtet, wie eine Betrügerin Avocado Store fast um Tausende Euro geprellt hätte und warum er Geld von Risikofinanzierern braucht.

Philipp Gloeckler will expandieren: Vor einem Jahr hat er zusammen mit Stephan Uhrenbacher das Hamburger Startup Avocado Store gegründet – ein Online-Marktplatz für Produkte, die unter umweltfreundlichen und sozialen Bedingungen hergestellt wurden. Nun will er damit möglichst bald in die USA und reiste dafür kürzlich nach New York und führt Vorgespräche mit potenziellen Investoren. Immerhin: Die Zahlen stimmen. Im September stieg der Umsatz des Startups um 30 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Mit dem Geschäftsmodell haben die beiden Unternehmer Gloeckler und Uhrenbacher im September den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb gewonnen. Seitdem berichtet Gründer Gloeckler im Gründertagebuch, wie sich das Hamburger Startup entwickelt.

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14. September

Seit fünf Tagen bin ich mit Dominik Mühl vom Unternehmen CatCap, das Gründer und Investoren zusammenbringt, in New York. Heute treffen wir uns mit Händlern von Ökoprodukten und sondieren, wie sich Avocado Store auf dem US-Markt schlagen könnte. Die Händler sind interessiert. Am Ende bin ich überzeugt, dass wir auch in den USA eine Nische besetzen würden. Außerdem kann ich mir vorstellen, eine Weile in New York zu leben. Abends gehen wir zum Abschluss des Kurztrips auf ein Konzert der Rapper Jay-Z und Eminem.

16. September

Ich lande in Frankfurt und fahre nachmittags weiter nach München, wo im Bayerischen Hof die Preisverleihung des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs stattfindet. Ich bin zwar ein bisschen underdresst, moralisch aber nicht: Mein weißes Hemd und meine blaue Hose sind ökologisch hergestellt.

Dann kommt der große Moment: Franz Rother, der stellvertretende Chefredakteur der WirtschaftsWoche, überreicht Stephan und mir die Siegerurkunde. Wir halten eine kurze Rede. Danach sprechen wir mit vielen interessierten Gästen. Erst um drei Uhr morgens ist Schluss. Ich nehme den Nachtzug nach Frankfurt.

17. September

Morgens um sieben Uhr steige ich aus dem Zug und in einen Shuttle-Bus. Es geht zur European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel, an der ich studiert habe. Dort findet ein Symposium statt, auf dem wir Avocado Store vorstellen. Wir haben Ökoprodukte dabei: Energiezähler, ökologische Hemden, handgemachte Notizbücher und sogar Fair-Trade-Kondome. Das zieht. Ich spreche mit Studenten, Professoren und Firmenvertretern. Zwischendurch bekomme ich eine Mail von einem Verlag, der 100 ökologisch hergestellte iPod- und iPad-Hüllen bestellen will – unser erster großer Auftrag eines Geschäftskunden.

Was für eine Woche! Abends merke ich allerdings, dass ich zwei Tage lang kaum geschlafen habe. Das muss ich am Wochenende nachholen.

20. September

Das Telefon klingelt permanent. Der WirtschaftsWoche-Preis zeigt Wirkung: Wir bekommen Glückwunschanrufe, neue Händleranfragen, und unsere Verkäufe ziehen an. Viele Firmen wollen uns jetzt ihre Services verkaufen. Ich wiegele die meisten von ihnen aber ab.

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