
Philipp Gloeckler und Stephan Uhrenbacher profitieren vom Ökotrend: Mit Avocadostore.de haben die Gründer eine Internet-Plattform geschaffen, auf der Händler ökologische Produkte anbieten können. Die Gründer verdienen an jedem verkauften Produkt mit – mit dem Geschäftsmodell gewann das Duo im Sommer den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb.
Wer sich aber auf Ökoprodukte spezialisiert, muss diesem Prinzip treu bleiben – sonst sind Glaubwürdigkeit und Geschäftsmodell in Gefahr. Im dritten Teil des Gründertagebuchs berichtet der Jungunternehmer daher, wie sein Startup mit zweifelhaften Produkten umgeht.
18. Oktober
Ein guter Freund und Kunde kommt vorbei: Bernd Hausmann, der das Unternehmen Glore gegründet hat. Er verkauft Ökomode in Läden in Nürnberg, München und Hamburg und auf Avocado Store. Er gibt mir wichtiges Feedback. Gründer brauchen solche Vertrauenspersonen, die das Startup von außen beobachten. Außerdem erzählt er eine interessante Neuigkeit: Der Online-Marktplatz Amazon scheint gezielt unsere Händler zu kontaktieren. Das zeigt, dass wir tatsächlich eine attraktive Nische erobert haben.
26. Oktober
In Berlin treffe ich den Investmentmanager eines Venture-Capital-Gebers. Um international zu expandieren, brauchen wir bald eine Million Euro. Der Manager ist angetan von Avocado und macht uns große Hoffnungen. Wir verabreden ein Gespräch mit seinem Chef in Frankfurt.
27. Oktober
Heute passiert ein kleiner GAU. Wir bemerken, dass ein Händler auf unserem Marktplatz Holzspielzeug angeboten hat, das Stoffe enthält, die Kindern schaden können. Wir nehmen das Produkt sofort aus dem Handel: Im Zweifel gegen den Angeklagten! In unserem Blog klären wir unsere Kunden auf und bekommen viel Zustimmung für diesen Schritt.
29. Oktober
Die Reaktion macht uns klar, dass Ökoprodukte für Kinder gefragt sind, weil gewöhnliche Spielsachen oft zu viele Schadstoffe enthalten. Um Avocado Store als Anbieter von Ökospielzeug zu etablieren, bekommen wir jetzt Unterstützung von Nina, selber Mutter eines Babys. Sie veröffentlicht einen Artikel in unserem Blog, in dem sie erzählt, wie sie gefährliche Spielsachen ihres Sohnes aussortiert hat und welche Alternativen Avocado bietet. Das Konzept kommt an: Kunden lernen unsere Produkte mittels realer Personen kennen. Darauf wollen wir in Zukunft noch stärker setzen.
9. November
Stephan und ich fahren nach Frankfurt, um mit dem Venture-Capital-Geber zu sprechen. Die Reise ist ein Flop: Dem Chef sind wir noch eine Nummer zu klein – dabei klang sein Investmentmanager total begeistert. Ich nehme mir vor, mir nicht noch mal von jemandem so viel Honig um den Mund schmieren zu lassen, der eigentlich nichts zu sagen hat. Rat an alle Gründer: Spart euch die Vermittler, redet direkt mit den Entscheidern.
11. November
Heute ist mein erster Schultag – als Lehrer! An der Hamburger Good School, die Werbern beibringen will, wie sie neue Marken- und Medienideen im Internet entwickeln und populär machen können. Meine Schüler: 14 Mitarbeiter aus namhaften Agenturen. Ich erkläre, wie wir Twitter, Facebook und Blogs nutzen, um eine Community aufzubauen. Hausaufgabe: Die Schüler sollen überlegen, wie man über digitale Kanäle mehr Leute auf Avocado Store aufmerksam machen könnte. Nicht ganz uneigennützig, wie ich zugeben muss.




















