Gründertrip: Rösler-Show kann Konsequenzen haben

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Gründertrip: Rösler-Show kann Konsequenzen haben

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Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler joggt mit Managern von deutschen Startups und IT-Firmen und Journalisten in San Fransisco - politisch könnte ihm die Inszenierung schaden.

von Jens Tönnesmann

Die Fotos von der Reise nach Kalifornien haben Philipp Rösler womöglich politisch geschadet – doch Deutschlands Internet-Gründer hat der Ausflug enger zusammen gebracht. Sie haben Kontakte gesammelt, Gespräche vereinbart und gelernt, dass das Silicon Valley nicht nur ein geographischer Ort ist, sondern auch eine Einstellung.

Und plötzlich hat Philipp Rösler die große Chance, in die Geschichte einzugehen. So sieht das jedenfalls Katie Stanton, Chefin für internationale Strategie bei Twitter. Sie führt den Bundeswirtschaftsminister durch die Büros des erfolgreichen Web-Unternehmens in San Francisco, zeigt ihm die riesige Dachterrasse und die Kantine, wo unter großen Papptafeln mit Überschriften wie „#comfort“ und „@birdfeeder“ Essen umsonst gibt. Dann fragt sie Rösler, ob er nicht die neue App „Vine“ auf sein Smartphone laden und damit ein Sechs-Sekunden-Video drehen will. „Sie alle könnten etwas Historisches erleben“, sagt sie zu Röslers Mitreisenden, „er wäre der erste Politiker aus Deutschland, der Vine benutzt.“

Ganz so hatte Rösler sich das Geschichtemachen nicht vorgestellt. Eigentlich ist er nach San Francisco und ins Silicon Valley gekommen, um die deutsche Gründerszene bekannter zu machen und Geldgeber nach Deutschland zu locken. Denn hier, in der Geburtsstätte von Apple, Google und Co. pumpen Investoren mehr Wagniskapital in Unternehmen als in ganz Deutschland zusammen.

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Rösler will den Abstand verkleinern: Bis 2020 soll es in Deutschland drei Mal so viel Risikokapital für junge Unternehmen geben wie bisher, die Zahl der Gründungen in der digitalen Wirtschaft will Rösler auf 18.000 verdoppeln. Darunter sollen endlich auch „Hotshots“ sein, wünscht sich Rösler – also Unternehmen wie Google und Facebook, die global Erfolg haben. Es sind mutige Ziele für ein Land, in dem die Zahl der Gründer sinkt, wie in dieser Woche der KfW-Gründungsmonitor vorgerechnet hat.

Seit zwei Jahren macht Rösler deswegen Startup-Politik, hat etwa einen Beirat „Junge Digitale Wirtschaft gegründet“ und hat gerade einen Zuschuss für Risikokapital-Investments ins Leben gerufen. Nun also die Reise ins Silicon Valley mit rund 50 Startups im Regierungsflieger und rund 50 weiteren, die hinterher gereist sind und in San Francisco die „German Valley Week“ ausgerufen haben. So etwas hat es tatsächlich noch nie gegeben.

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