Gründerwettbewerb: Die Lektionen erfolgreicher Startups

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Gründerwettbewerb: Die Lektionen erfolgreicher Startups

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von Jens Tönnesmann

Erfolgreiche Startups müssen ihre Strategie ständig überdenken. Das beweisen die ehemaligen Sieger des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs. Was aus den Gewinnern wurde.

Als der Druck zu groß und die Zahlen zu schlecht wurden und auch noch die Gespräche mit einem potenziellen Investor platzten, sah Friedrich von Ploetz nur noch eine Option: Er machte sich auf den Weg zum Potsdamer Amtsgericht und beantragte Insolvenz für Suncoal – das Unternehmen, das er 2007 mit seinem Kompagnon Tobias Wittmann gegründet hatte.

Die Idee: aus Abfällen wie Klärschlamm oder Grünschnitt Kohle zu produzieren. Sechs Jahre hatten beide viel Herzblut, Energie und Geld in die Firma gesteckt – bis sie vor einem Jahr die Reißleine zogen. „Der Schritt war eine Erleichterung“, sagt von Ploetz heute, „danach mussten wir keinen überhöhten Erwartungen mehr hinterherlaufen und konnten uns ganz darauf konzentrieren, das Unternehmen schlank und effizient neu aufzustellen.“

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Dass Start-ups wie Suncoal scheitern, ist eher die Regel als die Ausnahme: Laut KfW-Gründungsmonitor gibt jedes dritte Start-up innerhalb der ersten drei Jahre auf. Rund 26.000 Unternehmen meldeten laut Creditreform im vergangenen Jahr Insolvenz an – fast 80 Prozent von ihnen hatten maximal fünf Mitarbeiter.

„Scheitern gilt hierzulande zu Unrecht als Schande“, sagt der Bonner Seriengründer Frank Thelen, den eines seiner ersten Unternehmen 2001 an den Rand der Privatinsolvenz getrieben hat. „Aber gerade aus solchen Krisen“, sagt der 38-Jährige, „kann man als Unternehmer besonders viel lernen.“

Denn die Ursachen sind vielfältig: Manche Start-ups geraten in Schieflage, weil ihre Geschäftsidee nicht trägt; andere, weil ihre Gründer sich zerstreiten oder sie jene Ziele nicht erreichen, die sie mit ihren Investoren vereinbart haben.

Gründer Wer scheitert, gewinnt

Jedes Unternehmen kann scheitern. Die Furcht davor bremst viele potenzielle Gründer aus. Dabei ist mancher Fehlschlag eine wertvolle Erfahrung.

Quelle: dpa

Kein Wunder also, dass auch Preisträger und Finalisten des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs nicht vor Krisen gefeit sind.

Zwar schufen allein die 36 Start-ups, die es seit 2007 ins Finale geschafft haben, mehrere Hundert Jobs. Allerdings sind manche Start-ups auch verschwunden – etwa Printr.net aus Düsseldorf, Finalist 2011. Die Idee, an zentralen Standorten wie Hotels Druckerterminals aufzubauen, an denen Geschäftsreisende Dokumente ausdrucken können, ging nicht auf – Ende 2012 wurde Printr.net abgewickelt.

Deutlich weiter brachte es Chocri, das den Wettbewerb 2009 gewann: Der Schokohersteller, an dem sich 2010 Ritter Sport beteiligte, verkauft heute nicht mehr nur eigene Schokotafeln übers Internet, sondern auch Produkte anderer Süßwarenhersteller und ist in der Branche deutschlandweit bekannt. Jetzt will Chocri in Zusammenarbeit mit Franchise-Unternehmen deutschlandweit Ladenlokale eröffnen.

Wie sehr so ein Strategiewechsel helfen kann, zeigt das Kölner Unternehmen Coupies, das 2010 im Finale stand. Lange versuchte das Start-up, mit digitalen, mobilen Rabattcoupons dem Einzelhandel neue Kunden zu bescheren, den Nutzern Geld zu sparen und dem eigenen Unternehmen Provisionen einzuspielen. Dafür aber hätten die Händler ihre Kassensysteme anpassen müssen – für viele Geschäfte schlicht zu viel Aufwand. Die Folge: Coupies kam nicht aus den Startlöchern.

Was Gründer derzeit die größten Sorgen bereitet Quelle: EY Start-up Barometer Deutschland

Was Gründer derzeit die größten Sorgen bereitet (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Bild: EY Start-up Barometer Deutschland

Also passten Frank Schleimer und seine Mitgründer 2013 ihre Idee radikal an. Heute können Kunden die Rabattgutscheine von Herstellern nutzen, indem sie Kassenbons nach ihrem Einkauf mit der App von Coupies fotografieren. Anschließend wird ihnen ein Bonus gutgeschrieben. So können Hersteller wie Ferrero Rabattaktionen starten, ohne sich mit Einzelhändlern abstimmen zu müssen. Und Coupies ist nicht mehr darauf angewiesen, dass die Händler ihr System an der Kasse integrieren.

Gründern kann es auch nutzen, ihre Zielgruppe neu zu definieren – so wie Robin Behlau und Mario Kohle: Auf knapp 3000 Quadratmetern und mehreren Etagen an der Berliner Friedrichstraße arbeiten rund 220 Mitarbeiter für das Unternehmen Käuferportal, das 2013 rund 20 Millionen Euro umgesetzt hat. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben heute der größte Vermittler hochwertiger Produkte in Deutschland, von Küchen über Wintergärten bis zu Solarzellen. 2013 vermittelte es Waren im Wert von 500 Millionen Euro. Die Mitarbeiter von Käuferportal suchen bis zu drei potenzielle Anbieter in der Umgebung des Interessenten.

Für die Kunden ist die Suche kostenlos, Anbieter von Ikea über Obi bis zum kleinen Handwerksbetrieb zahlen in der Regel zwischen 40 und 120 Euro für die erfolgreiche Anbahnung des Geschäfts – und profitieren, wenn der Kunde am Ende bei ihnen kauft.

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