Ideenklau-Streit: Patentkrieg zwischen Apple und Samsung eskaliert

17. Oktober 2011
Was ist was? Ein Galaxy Tab 10.1 von Samsung und Apples iPad im Vergleich. Quelle: handelsblatt.comBild vergrößern
Was ist was? Ein Galaxy Tab 10.1 von Samsung und Apples iPad im Vergleich. Quelle: handelsblatt.com
von dpa und afp und Reuters Quelle: Handelsblatt Online

Ein Streit ist das nicht mehr. Im Patentkonflikt mit Apple fährt der Elektronikkonzern Samsung jetzt schweres Geschütz auf - und will Apple das lukrative Geschäft mit dem neuen iPhone in zwei wichtigen Märkten vermiesen.

Im Ideenklau-Streit zwischen Apple und Samsung nimmt der südkoreanische Konzern immer mehr das neue iPhone 4S ins Visier. Samsung will den Vertrieb des neuen Apple-Smartphones jetzt auch in Japan und Australien stoppen lassen. Zuvor hatte Samsung bereits entsprechende Einstweilige Verfügungen in Frankreich und Italien beantragt. „Wir gehen jetzt wieder in die Gegenoffensive“, zitierte das „Wall Street Journal“ einen Samsung-Sprecher.

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Samsung und Apple werfen sich gegenseitig Patentverletzungen bei Smartphones und Tablet-Computern vor und sind deswegen in mehreren Ländern vor Gericht gezogen. So beschuldigt Apple Samsung der Produktpiraterie bei der Entwicklung seiner Galaxy-Serie. Die Südkoreaner hätten für ihre Tablets und Smartphone sklavisch iPad und iPhone aus dem Hause Apple kopiert, so der Vorwurf. Der neue Kleincomputer von Samsung ist zum schärfsten Konkurrenten des Apple-Verkaufsschlagers iPad avanciert, der bisher klar den Tablet-Markt beherrscht.

Samsung hatte seinerseits bereits angekündigt, den Vertrieb des jüngsten Apple-Smartphones in Frankreich und Italien unterbinden lassen zu wollen. In Japan wollen die Südkoreaner auch den Vertrieb des vorherigen iPhone vier und des Tablet-Computers iPad zwei stoppen lassen.

Der Patent-Krieg eskaliert zu einem Zeitpunkt, der trotz des Todes von Apple-Gründer Steve Jobs für den Computerhersteller eigentlich ein Grund zum Feiern wäre. Als Tribut an Jobs feierten zahlreiche Anhänger das neue iPhone.

Der Patentkrieg ist noch lange nicht entschieden

Beim Verkaufsstart für das neue iPhone in den USA, Deutschland und fünf weiteren Ländern hatten sich vor wenigen Tagen vor vielen Läden wieder lange Schlangen gebildet. Analysten schätzen, dass Apple am ersten Wochenende zwei bis vier Millionen Geräte absetzen könnte. In Deutschland hatten sich schon Wochen vor dem Start dem Vernehmen nach rund 40.000 Telekom-Kunden für das neue iPhone vormerken lassen.

Hartgesottene Apple-Fans hatten mehrere Nächte vor den Geschäften übernachtet, um als erste an das Smartphone zu kommen. Allein in der Fifth Avenue in Manhattan warteten rund 200 Käufer über Stunden hinweg. In 22 weiteren Ländern soll das Telefon bis Ende des Monats erhältlich sein.

Samsung war zuletzt in dem weltweiten Konflikt stärker in Bedrängnis geraten. Der Vertrieb des Tablet-Computers Galaxy Tab 10.1 wurde nach Deutschland auch in Australien untersagt. Apple wirft Samsung vor mit dem Galaxy Tab das iPad zu kopieren sowie mit diversen Telefonen das iPhone.

Doch obwohl Apple einige juristische Gefechte gewonnen hat, ist der Patentkrieg noch lange nicht entschieden. In den USA etwa bleibt der erbitterte Patentstreit mit Samsung in den USA vorerst in der Schwebe. Eine kalifornische Richterin stellte zwar eine Verletzung der iPad-Patentrechte der Amerikaner durch das Galaxy-Tablet der Südkoreaner fest.

Die Juristin erklärte in der mündlichen Verhandlung aber auch, dass Apple Schwierigkeiten habe, die Gültigkeit seiner Patente zu belegen. Sie ließ vorerst offen, ob sie dem Antrag Apples auf ein Verkaufsverbot des Smartphones Galaxy S 4G und des Tablets Galaxy 10.1 von Samsung stattgeben wird.

Im Streit mit Apple steckt Samsung in dem Dilemma, dass der US-Konzern nicht nur Rivale sondern auch Großkunde ist. Die Südkoreaner verkaufen Computer-Chips an Apple, die in iPhonesund iPads eingesetzt werden. Laut Informationen des Marktforschungsinstitutes iSuppli stammen 26 Prozent der Teile eines iPhone 4 aus dem Hause Samsung.

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