Internationale Studie: Deutsche Studenten fehlt der Gründergeist

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Internationale Studie: Deutsche Studenten fehlt der Gründergeist

Die Hochschulabgänger in Deutschland scheuen den Schritt in die Selbstständigkeit. Dafür sind hauptsächlich zwei Gründe verantwortlich: Die erfolgreichen Top-Unternehmen hierzulande - und die Hochschulen selbst.

Deutsche Studenten sind Gründungsmuffel. Nur sechs Prozent der Hochschulabgänger, die unmittelbar nach der Universität eine Beschäftigung suchen, wollen ein Unternehmen gründen. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young und des Centers für Family Business der Universität St. Gallen. Dagegen möchten weltweit etwa elf Prozent der Studenten direkt nach dem Studium, ihre eigenen Chefs sein.

Damit befindet sich Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz 16 von 18 Ländern, in denen insgesamt 93.300 Studenten befragt wurden. In Deutschland befragten die Studieninitiatoren gleich 12.500 abgehende Hochschulbesucher.

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Grund für die mangelnde Bereitschaft, sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen oder frei zu arbeiten, ist der Wunsch nach einer festen Anstellung. Auch als Beamter. Die großen deutschen Unternehmen ziehen gleich 27 Prozent der Hochschulabgänger an. Auch die kleinen und mittleren Unternehmen locken 29 Prozent der Ex-Studenten an.

Das Schlusslicht Deutschland unterscheidet sich zudem darin, dass ungefähr fünf Jahre nach einer festen Anstellung nur 25 Prozent der befragten Personen hierzulande bereit wären, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Stattdessen erwägen 24 Prozent der Befragten an ein großes Unternehmen anzudocken. Im Vergleich dazu wollen 43 Prozent der jungen Berufstätigen weltweit nach knapp fünf Jahren Anstellung den Schritt in Richtung Selbstständigkeit wagen.

Damit stellen die deutschen Top-Unternehmen ein Gründungshemmnis dar. "In Deutschland gibt es zahlreiche weltbekannte Konzerne mit starken Marken, die eine hohe Anziehungskraft auf Uni-Absolventen ausüben und diese auch massiv unwerben", sagt Peter Englisch von Ernst & Young.

Hochschulen bieten zu wenig Orientierung

Hinzu kommt das Bild des Unternehmers. "In den angelsächsischen Ländern genießt das Unternehmertum traditionell ein höheres Ansehen als in Deutschland", sagt Prof. Dr. Thomas Zellweger von der Universität St. Gallen. So ergab die Studie, dass in Großbritannien 15, in Irland 16 Prozent der Befragten Gründer in spe seien. Nur in Mexiko und Argentinien ist der Drang, sein eigner Chef zu sein, größer: Dort wollen respektive 16 Prozent und 23 Prozent der Studenten direkt nach dem Studium das Abenteuer Unternehmensgründung wagen.

Ein weiterer Grund für die mangelnde Bereitschaft, Risiko zu ergreifen, verortet die Studie auch bei den Hochschulen. 54 Prozent der deutschen Studenten fordern Seminare zur konkreten Unternehmensplanung, wohingegen 39 Prozent der Befragten angaben, dass ihre Hochschule tatsächlich solche Kurse anbiete. Gleiches findet bei den Themen Mentoring/Coaching, Kontakte zu Investoren und finanzielle Unterstützung: Stets über die Hälfte der Befragten wünscht sich solche Seminarangebote - eben weil die Hochschulen solche Kurse nicht anbieten.

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