IT-Startups im Ruhrgebiet: Zu angerostet, um sexy zu sein?

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IT-Startups im Ruhrgebiet: Zu angerostet, um sexy zu sein?

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Das Werksschwimmbad auf dem Gelände der Kokerei Zollverein von den beiden Künstlern Dirk Paschke und Daniel Milohnic in Essen ist das wohl ungewöhnlichste Freibad, das es zur Zeit im Ruhrgebiet gibt. Der aus zwei Überseecontainern bestehende Pool wird im Rahmen der Ausstellung "Arbeit Essen Angst" noch bis Oktober von Besuchern als Freibad genutzt.

Das Ruhrgebiet hat alle Zutaten für Startups: Freiraum, Universitäten, günstige Mieten und Infrastruktur. Neue Unternehmen gründen will dort trotzdem niemand.

Wenn man die kalifornische Küste hoch fährt und sich von der szenischen Route One löst und den Highway 101 nimmt, dann fährt man nach San Jose durch eins der spannendsten Experimente der vergangenen Jahrzehnte: das Silicon Valley. Hier, wo Unternehmen wie Apple, Google, Facebook ihren Sitz haben, ist – wenn man so will – der Ort für Träume.

Derzeit wird Berlin von einem ähnlichen Gründergeist erfasst. Nach einer Studie der Investitionsbank Berlin-Brandenburg (IBB) liegt der Anteil der digitalen Wirtschaft an der gesamten Berliner Wirtschaftsleistung bereits vor der Baubranche (3,7 Prozent) und fast gleichauf mit dem Tourismus (4,3 Prozent). Sie erreicht bei einer Bruttowertschöpfung von 3,9 Milliarden Euro jährlich einen Anteil von 4,2 Prozent an der gesamten Berliner Wirtschaftsleistung.

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Im Gegensatz zu Berlin ist das Silicon Valley aber keine Stadt, sondern ein urbanes Ballungsgebiet mit vier Millionen Einwohnern – mit Industrie, mit Universitäten, mit einer guten Infrastruktur und Heimatverbundenheit. In Europa erfüllt vor allem das Ruhrgebiet als Metropolregion diese Voraussetzungen. Eine Gründerszene gibt es hier jedoch nicht. In Berlin kommen in der Digitalen Wirtschaft 2,8 neu gegründete Betrieben auf 10.000 Erwerbstätige. In Köln und Düsseldorf sind es immerhin 1,7, beziehungsweise 1,6 – in Dortmund nur 0,8. Was ist das Problem?

Sebastian Deutsch ist Gründer der Bochumer Software-Schmiede 9elements. Das Unternehmen bedient hauptsächlich Kundenprojekte. Ausgründungen – wie meinpraktikum.de oder watchlaterapp.com - sind eher die Ausnahme. Aus Deutsch’s Sicht gibt es im Ruhrgebiet nur eine sehr kleine Gründerszene.

Startups Deutschlands Gründer-Szene wächst kaum noch

In Deutschland stagniert die Zahl der Unternehmensgründungen, während Frankreich zum neuen Stern am Startup-Himmel avanciert. Auch die BRICS-Staaten hängen die Bundesrepublik ab. Ein Überblick.

Das Netzwerk der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften RSM hat die weltweite Unternehmensentwicklung zwischen 2007 und 2011 analysiert. Quelle: Presse

Er glaubt, ein Problem sind die Stadtgrenzen. Er musste die Gründer von meinpraktikum.de erst überzeugen, von Witten/Herdecke nach Bochum zu ziehen. „Es ist noch ein Riesenweg hin zu einem regionalen Denken“, so Deutsch. Hinzu kommt die mangelnde Interdisziplinarität. Ein Beispiel: Design-Studenten der Folkwang-Universität in Essen treffen selten auf Entwickler aus Dortmund.

Manuel Schoebel ist selbstständiger Webentwickler und coacht Studenten mit Unternehmergeist im startUP-Büro am Campus der Universität Duisburg-Essen. Er vermisst für ein wachsendes Startup-Ökosystem elementare Dinge wie Tech-Konferenzen, bei denen es einen Austausch zwischen den Disziplinen geben könnte.

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