Junge Unternehmer: Erfolgreich gründen und nicht zu schnell wachsen

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Junge Unternehmer: Erfolgreich gründen und nicht zu schnell wachsen

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Nicolas Lecloux, Inga Koster und Marco Knauf: Ihr Unternehmen True Fruits setzt pro Jahr sechs Millionen Euro um

von Jens Tönnesmann

Wenn eine Geschäftsidee zündet, fängt für Gründer die Arbeit erst an: Sie müssen mehr Produkte herstellen, die richtigen Mitarbeiter finden und in die Managerrolle hineinwachsen. Entscheidend ist, das passende Tempo zu wählen, um nicht am eigenen Ehrgeiz zu scheitern.

Mango mit Maracuja, Banane mit Himbeere, Ananas mit Kokosnuss: Fans von Fruchtgetränken aus püriertem Obst kommen bei True Fruits voll auf ihre Kosten. Sieben Varianten dieser sogenannten Smoothies hat das Bonner Unternehmen derzeit im Programm – aus gutem Grund.

Mehrere Millionen dieser bunten Fläschchen gingen 2011 über Deutschlands Ladentheken, jeder gut sortierte Supermarkt hat sie mittlerweile im Kühlregal stehen. Ein Verkaufsschlager, der auch den drei True-Fruits-Gründern Inga Koster, Marco Knauf und Nicolas Lecloux mehr als sechs Millionen Euro Umsatz beschert.

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Schön schlank bleiben

Tonnenweise Früchte lässt das Gründer-Trio inzwischen zu Püree verarbeiten – eine eigene Fabrik sucht man auf dem Firmengelände in Bonn jedoch genauso vergebens wie Heerscharen von Mitarbeitern.

Gerade mal 18 Personen haben die drei Gründer bisher angestellt. Denn Koster, Knauf und Lecloux entwickeln zwar die Produkte und verkaufen sie selbst – alle anderen Schritte aber haben sie an Kooperationspartner ausgelagert.

Das Obst beziehen sie über europäische Zwischenhändler direkt in den Ursprungsländern – allein 200 Tonnen Bananen aus Costa Rica. Die Mangos kommen aus Indien, Cajú und Acerola aus dem Nordosten Brasiliens. Die Früchte werden bereits im reifen Zustand im Ursprungsland geschält, entkernt, püriert und dann schockgefrostet, bevor sie via Seefracht nach Deutschland transportiert werden. Aus der Heimat selbst kommen nur die Äpfel – Streuobst aus der Region Stuttgart.

Bei Streker Natursaft aus Aspach in Baden-Württemberg werden die pürierten Früchte schließlich gemischt und in Flaschen abgefüllt. Die lässt das Trio ebenfalls produzieren. Und zuletzt liefert ein Logistikunternehmen die Fläschchen an die Supermärkte aus.

„Uns war von Anfang an klar, dass wir eine große Menge produzieren müssen, um im Handel Fuß zu fassen“, sagt Gründerin Inga Koster. „Trotzdem sollte die Organisation unseres Unternehmens extrem schlank bleiben.“

Wichtiges Wachstum

Wachstum ist für Unternehmen wie True Fruits überlebenswichtig – doch nicht jedem gelingt es, diesen Fortschritt so zu dosieren, dass er mit der Entwicklung des Geschäftsmodells und der Produkte in Einklang steht. Mehr noch: Vorschnelles Wachstum kann sogar lebensbedrohlich werden.

Laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung macht jeder dritte gescheiterte Gründer „riskantes Wachstum“ für seine Pleite verantwortlich. Typische Anfängerfehler: Jungunternehmer investieren an der falschen Stelle oder lassen sich für die konkrete Planung der wichtigsten Schritte viel zu wenig Zeit.

Fehler, die viele Gründer machen, wie ein Report des US-amerikanischen Startup Genome Projects zeigt. Zusammen mit Forschern der renommierten Universitäten Berkeley und Stanford haben die Initiatoren für eine umfangreiche Studie Daten von 3200 Internet-Startups ausgewertet. Das Ergebnis: 70 Prozent der frisch gegründeten Unternehmen waren zu früh gewachsen. Sie gaben zu viel Geld für Marketing aus, obwohl ihr Produkt noch nicht den Kundenwünschen genügte. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, die Mängel am Produkt zu beseitigen, versuchten sie, die Schwäche durch mehr Werbung zu kompensieren. Oder sie stellten zu früh Mitarbeiter ein und bauten unnötige Hierarchien auf. Selbst eine große Kapitalspritze kann schnell versickern, wenn das frische Geld für unwichtige Dinge draufgeht.

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