KfW-Gründungsmonitor 2013: Immer weniger wollen ihr eigener Chef sein

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KfW-Gründungsmonitor 2013: Immer weniger wollen ihr eigener Chef sein

Das Risiko ist zu hoch und es bleibt zu wenig Zeit für die Familie: In Deutschland wagen immer weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Dafür sehen mehr Gründer die Selbständigkeit als Chance.

Im vergangenen Jahr gründeten nur 775.000 Menschen eine Firma - so wenige wie nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000, wie die staatliche Förderbank KfW mitteilte. „Der Rückgang der Gründungstätigkeit ist besorgniserregend, denn Gründer helfen unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. 2011 hatten sich noch 835.000 Menschen selbstständig gemacht, 2010 sogar 941.000. Der Rückgang sei unter anderem auf die maue Konjunktur und den robusten Arbeitsmarkt zurückzuführen.

Einen Lichtblick gibt es allerdings: 47 Prozent der Gründer im Jahr 2012 gaben an, mit ihrem Gründungsprojekt eine explizite Geschäftsidee umzusetzen und damit eine Chance wahrzunehmen. 2011 waren es noch 35 Prozent. "Chancengründungen versprechen auf Dauer nachhaltiger zu sein als andere Gründungen", weiß Zeuner. Der Anteil von Gründern in den Freien Berufen (Berater, Dozenten, Erzieher) am Gründergeschehen stieg seit dem Jahr 2005 von 15 Prozent auf 39 Prozent in 2012 an. "Die bemerkenswerte Zunahme von Gründern mit beratenden und erzieherischen Tätigkeiten zeigt, wie das Angebot auf die veränderte Nachfrage einer Wissensökonomie reagiert", sagt Zeuner.

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Die Mehrjahresanalyse zeigt, dass der Anteil der Vollerwerbsgründer, die 2012 im Vergleich zum Jahr 2008 Bürokratie als Gründungshemmnis wahrnehmen, gestiegen ist. Auch die Sorge, dass die Selbständigkeit die eigene Familie stark belastet, ist unter den Vollerwerbsgründern heute weiter verbreitet als noch vor fünf Jahren. Dem allgemeinen gesellschaftlichen Trend folgend gewinnt offenbar auch bei Gründern eine bessere Work-Life-Balance Bedeutung.

Das mit der Selbständigkeit verbundene finanzielle Risiko wird von mehr Vollerwerbsgründern als Problem wahrgenommen. Dies geht einher mit einem höheren Anteil von Gründern, die über Finanzierungsschwierigkeiten berichten - im Voll- und im Nebenerwerb. Dabei gilt: Je höher der Finanzierungsbedarf ist, desto wahrscheinlicher werden Finanzierungsschwierigkeiten. Am Ende setzten zwei Drittel der Gründer Eigen- oder Fremdmittel zur Finanzierung ein.

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