KPMG-Partner Tim Dümichen: KPMG sucht nach Gründern als Kunden

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InterviewKPMG-Partner Tim Dümichen: KPMG sucht nach Gründern als Kunden

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KPMG-Partner Tim Dümichen

von Jens Tönnesmann

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG will gezielt Startups als Kunden gewinnen. Tim Dümichen, Partner bei KPMG, erklärt, wo junge Unternehmer Hilfe gebrauchen können.

WirtschaftsWoche: Herr Dümichen, KPMG ist bekannt dafür, große Konzerne und Mittelständler in Steuerfragen oder bei der Bilanzprüfung zu beraten. Mit der Initiative Smart Start wenden Sie sich jetzt ganz gezielt an Gründer. Warum?

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Dümichen: Wir haben sehr viel Erfahrung darin, Unternehmen bei ihren Wachstumsbestrebungen beratend zur Seite zu stehen. Insofern liegt es nahe, sich auch intensiver mit Startups zu beschäftigen. Es gibt ja viele Beispiele, dass daraus so mancher Konzern entstanden ist. Denken Sie nur an Ebay oder Zalando. In Berlin spielen Startups zudem eine besonders wichtige Rolle. Vergleiche zeigen, dass die hiesigen Jungunternehmen im Schnitt mehr Mitarbeiter einstellen und schneller wachsen als in anderen Teilen der Republik.

Die kleinen Unternehmen können sich Ihre Stundensätze doch gar nicht leisten.

Freilich besteht bei manchem Jungunternehmer das Vorurteil, eine Rechnung von uns würde, überspitzt formuliert, gleich die Insolvenz bedeuten. Das ist natürlich Unsinn.

Weil Sie sich statt mit Geld lieber mit Anteilen bezahlen lassen?

Nein! Das dürfen wir gar nicht, da wir als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Unabhängigkeit gegenüber unseren Mandanten verpflichtet sind.

Zu welchen Themen suchen Gründer Ihren Rat?

Viele brauchen Unterstützung bei der Buchhaltung, bei steuerrechtlichen Fragen im Rahmen der Gründung einer GmbH oder beim Thema Mitarbeiterbeteiligung. Besonders spannend sind für uns Unternehmen, die schnell wachsen und internationalisieren: Dabei unterstützen wir die Gründer dabei, die internen Prozesse zu stabilisieren, damit das Unternehmen – im übertragenen Sinne – nicht bei voller Fahrt ins Schleudern gerät.

Das klingt, als hätten die Gründer selbst von diesen Themen kaum eine Ahnung.

Im Gegenteil. Gründer sind selten Laien, sondern immer in bestimmten Bereichen gut – aber eben nicht in allen. Wer aus der Forschung kommt, weiß, wie man Software programmiert oder Zellen untersucht – aber häufig nicht, welche umsatzsteuerlichen Fragen sein Unternehmen tangieren. Und wer in großen Konzernen gearbeitet oder an Wirtschaftshochschulen studiert hat, bringt zwar betriebswirtschaftliches oder unternehmerisches Wissen mit, hat aber gegebenenfalls das Problem, dass er sich oft nicht um alle Baustellen gleichzeitig kümmern kann und will.

Gründer sind oft selbstbewusste Charaktere. Wie gehen sie mit Jungunternehmern um, die meinen, besser als Sie zu wissen, was zu tun ist?

Ich finde es gut, wenn Gründer wissen, was sie wollen. Aber auf dem Weg nach vorne gibt es einige Hürden, vor allem bei den Themen, die nicht sonderlich sexy wirken, aber dennoch ziemlich wichtig sind – etwa Bilanzierung, Buchhaltung oder Steuern. Wir stellen rote Fahnen auf, damit die Gründer nicht in jedes dieser vermeintlichen Fettnäpfchen treten.

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Warum begeistern Sie sich persönlich so für junge Unternehmen?

Aus meiner Sicht gibt es in Berlin gerade nichts Spannenderes. Deswegen haben wir jetzt auch zwei Arbeitsplätze in der Factory, einem neuen Gründerzentrum, wo wir Startups beraten. Bis ich meine Kollegen bei KPMG überzeugt hatte, dass das die Sache wert ist, hat es zwar etwas gedauert – aber jetzt sind sie Feuer und Flamme.

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