Nachhaltige Geschäftsideen: Womit soziale Gründer Geld verdienen

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Nachhaltige Geschäftsideen: Womit soziale Gründer Geld verdienen

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Haben junge Deutsche Angst vor der Unternehmensgründung?

von Jens Tönnesmann

Klimawandel, Pflegenotstand, ungleiche Bildungschancen: wie Jungunternehmer zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme beitragen und damit Profit machen.

Nicht größer als eine Faust das eine, so flach wie ein Frühstücksbrettchen das andere, der Name kaum aussprechbar: Mit seiner weißen Optik wirkt Kalhuohfummi, als wäre es aus der Designabteilung eines angesagten US-Elektronikkonzerns entsprungen. Doch schick allein soll das Kombiprodukt nicht sein, das Markus Schulz und Daniela Schiffer entworfen haben. Die Kombination aus Solarzelle und Batterie ist die Antwort der beiden Berliner Gründer auf den Klimawandel. Ein kleiner Chip in dem Gerät mit dem futuristischen Namen rechnet aus, wie viel Kohlenstoffdioxid (CO2) spart, wer mit der Solarzelle Energie erzeugt und dann mit der Batterie sein Smartphone auflädt. Pro eingesparten Gramm CO2 winkt den Nutzern ein "Changers Credit". Diesen können sie gegen nachhaltige Produkte und Dienstleistungen eintauschen - etwa einen Einkaufsgutschein für den Ökomarktplatz Avocado Store oder ein Leihfahrrad vom Verleihservice Nextbike.

Changers haben Schulz und Schiffer ihre Idee genannt - zu Deutsch: Veränderer. Die beiden Jungunternehmer wollen aber nicht nur die Welt zu einer besseren machen, sondern mit ihrer Idee auch Geld verdienen: Rund 3.500 ihrer Solarsets für je 149 Euro haben sie bereits verkauft, die Kunden haben damit mehr als 200.000 Wattstunden Energie erzeugt. Diese Energiesparerfolge können sie über Changers mit ihren Online-Freunden teilen. "Gemeinsam die Welt retten macht eben mehr Spaß", sagt Schulz.

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Gründerwettbewerb Startkapital für Ideen

Im Frühjahr 2014 schreibt die WirtschaftsWoche ihren Gründerwettbewerb erneut aus. Gerne erinnern wir Sie rechtzeitig an den Bewerbungsschluss.

Gründerwettbewerb: Startkapital für Ideen

Die Welt retten, dem Klimawandel Einhalt gebieten, für eine bessere Bildung sorgen, Altersarmut verhindern: In Deutschland gibt es zahlreiche Gründer, die gesellschaftliche Probleme lösen und damit Geld verdienen wollen. Experten nennen diese Unternehmer Social Entrepreneurs: "Es ist zwar eine kleine Szene, aber eine wachsende", sagt Steven Ney, Professor für Entrepreneurship an der Bremer Jacobs University. Eine Studie der Mercator Stiftung belegt, dass sich Sozialunternehmer heute in fast allen Branchen finden; einige Universitäten bieten bereits passende Studiengänge an, etwa die WHU Vallendar, an der man seit dem Frühjahr soziales Unternehmertum studieren kann.

Unternehmen

  • Changers

    Das Unternehmen: Changers

    Die Gründer: Markus Schulz und Daniela Schiffer

    Die Idee: Changers will mit einem Solarkit und einer Community Menschen dazu bringen, ihr Handy mit Sonnenenergie aufzuladen. Um zu wachsen, sammelten die Gründer jetzt über ein Crowdfunding-Portal mehr als 84.000 Euro von mehr als 150 Investoren ein.

  • Boost

    Das Unternehmen: Boost

    Die Gründer: Benjamin Vahle und Frank Eckert

    Die Idee: Wer im Netz bei Amazon oder Zalando shoppen geht, kann mithilfe des Startups von Benjamin Vahle und Frank Eckert für einen guten Zweck spenden, ohne mehr zahlen zu müssen. Um das Unternehmen aufzubauen, bat das Gründer-Duo Verwandte und Freunde um rund 90.000 Euro Startkapital.

  • WasHabIch

    Das Unternehmen: WasHabIch

    Die Gründer: Anja Kersten, Johannes Bittner und Ansgar Jonietz

    Die Idee: Seit 2011 hat das Startup von Anja Kersten, Johannes Bittner und Ansgar Jonietz mehr als 12 500 medizinische Befunde in verständliches Deutsch übersetzt. Damit die Plattform für die Patienten weiterhin kostenlos bleibt, will das Trio seinen Finanzbedarf von rund 120.000 Euro jährlich durch Spenden, Projekte und Beiträge von Kliniken decken.

Zu den bekanntesten sozialen Unternehmern in Deutschland gehört Till Behnke, der die gemeinnützige Online-Spendenplattform Betterplace aufgebaut und damit schon mehrere Millionen Euro Spenden für sinnvolle Projekte generiert hat. Oder Michel Aloui, der in Köln das Social Lab eröffnet hat - ein Zentrum für Sozialunternehmer, die sich im Bildungsbereich engagieren. Tür an Tür finden sich hier Projekte wie Gewaltfrei Lernen, das die Lernatmosphäre in Schulen verbessern will, oder das Network for Teaching Entrepreneurship, das für Unternehmergeist unter Jugendlichen sorgt.

Wie sehr soziales Unternehmertum inzwischen die Gründerszene erfasst, zeigt sich auch am WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb, der aktuell zum siebten Mal ausgeschrieben ist. 2012 stand mit CoffeeCircle ein Unternehmen im Finale, das fair gehandelten Gourmetkaffee aus Äthiopien importiert und mit Entwicklungsprojekten das Leben der Kaffeebauern verbessern will. Und 2007 gewann mit den ArmedAngels ein Startup, das nachhaltig produzierte Mode verkauft.

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