Pausder auf den Punkt: Was der Mindestlohn für Start-ups bedeutet

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kolumnePausder auf den Punkt: Was der Mindestlohn für Start-ups bedeutet

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Durch den Mindestlohn haben Praktikumsbewerber aus Deutschland bei Start-ups häufig das Nachsehen.

Kolumne von Verena Pausder

Die Debatte um den Mindestlohn hat einen wichtigen Bereich der Wirtschaft ausgespart: die Start-ups. Die Auswirkungen sind größer als gedacht - und könnten den Abschied von Praktikanten in der Gründerszene bedeuten.

Deutschland ist vielleicht noch das Land der Dichter und Denker, aber schon lange nicht mehr das Land der Unternehmer und Gründer.

Die allerwenigsten Menschen gründen ihr eigenes Unternehmen, die meisten begeben sich in eine Festanstellung. 2014 haben in Deutschland so wenige Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt wie noch nie, teilte das Statistische Bundesamt im März mit.

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Deshalb müsste es in unser aller Interesse sein, gerade jungen Menschen früh zu zeigen, wie Gründen funktioniert, wie ein Start-up von innen aussieht, wie dort gearbeitet wird und was Start-ups anders machen als herkömmliche mittelständische Unternehmen oder Konzerne.

Nirgendwo sonst lässt sich so hautnah erfahren, was Gründen bedeutet, wie Gründer denken, was sie antreibt und wie sie ihre Ideen in die Tat umsetzen.

Einblicke in die Gründerszene

Um diese Einblicke zu bekommen, waren Praktika in Start-ups bisher ideal. Studenten erhalten so seit Jahren die Möglichkeit, in Start-ups mitzuarbeiten. Das ermöglicht ihnen, einen sehr guten Einblick in diese Unternehmen zu erhalten sowie ihre Funktionsweise und Schnelligkeit zu erleben.

Praktikum bevorzugt Hochschulabsolventen haben Angst vor dem Berufseinstieg

Wer von der Uni kommt ist voller Tatendrang und will sofort in den Beruf einsteigen? Von wegen! Die meisten Absolventen trauen sich einen Direkteinstieg gar nicht zu und starten lieber als Trainee.

Eine Frau hält sich erschrocken die Hände vor den Mund Quelle: Fotolia

Praktikanten wurden vom ersten Tag an ins kalte Wasser geworfen und lernten on-the-job, bei der Arbeit, schwimmen. Nicht selten resultierte aus einem Praktikum eine Festanstellung oder der Praktikant wurde sogar selber ein Gründer. Im Gegenzug bekamen Start-ups junge Menschen aus den Unis, die zwar wenig Erfahrung, aber viel Motivation mitbrachten.

Das ist jetzt, seit es den Mindestlohn gibt, anders.

Egal wen oder welches Unternehmen man in Berlin gerade fragt, wie sich die Anzahl der Praktikantenstellen seit der Einführung des Mindestlohns verändert hat, alle antworten: es sind deutlich weniger geworden.

Bisher zahlten Start-ups Praktikanten für ein drei- bis sechsmonatiges Praktikum 600 bis 800 Euro pro Monat. Das spiegelte den Gegenwert der Leistung wider, den ein Praktikant für ein Start-up hat. Denn bei aller Motivation, gesundem Menschenverstand und ersten theoretischen Erkenntnissen, die ein Praktikant mitbringt, darf man eines nicht unterschätzen: den Aufwand, den das Unternehmen für Einarbeitung, Schulung und Betreuung hat.

Gerade in hochkomplexen, technik-orientierten Start-ups reichen keine fünf Semester BWL oder IT, um etwas zu schaffen, das für das Unternehmen so viel wert ist, dass es den Aufwand bezahlt macht. In den ersten drei Monaten eines Praktikums investiert das Start-up in der Regel in den Praktikanten, erst von da an nützt er dem Unternehmen etwas. Erst dann profitieren beide voneinander.

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