Pausder auf den Punkt: Wir Deutschen müssen endlich mutiger werden

ThemaGründer

kolumnePausder auf den Punkt: Wir Deutschen müssen endlich mutiger werden

Bild vergrößern

Den Kopf in den Sand stecken: Die Deutschen scheuen häufig die Gründung eines eigenen Unternehmens.

Kolumne von Verena Pausder

Die jüngsten Meldungen über den Einstieg von Ausländern in deutsche Start-ups täuschen darüber hinweg, dass Europas wichtigste Volkswirtschaft noch immer keine Hochburg der Entrepreneure ist. Die Deutschen scheuen das Risiko.

Wer wie ich in Berlin-Mitte lebt, kann schnell zu dem Schluss kommen, dass in Deutschland ein Gründungs-Boom herrscht und dass jeder junge Mensch davon träumt, Unternehmer zu werden. Politiker sehen deshalb wenig Handlungsbedarf, das Thema Unternehmertum auf die Agenda zu setzen. Denn es scheint, als liefe das inzwischen von selbst. 

Doch das ist mehr Schein als Sein.

Anzeige

Denn laut des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) nimmt die Bereitschaft zur Gründung eines eigenen Unternehmens in Deutschland ab. „Deutschland steckt in einer Gründungsmisere“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer Ende Mai 2015. Woran liegt es, dass immer weniger gegründet wird und junge Menschen vieles werden wollen - nur nicht Unternehmer?

Der Hauptgrund liegt meiner Meinung nach in unserer risiko-aversen Mentalität und in der geringen gesellschaftlichen Akzeptanz der Unternehmer.

Kein Gründerland Deutsche haben Angst vor Selbstständigkeit

Es gibt in Deutschland zwar viele Gründerwettbewerbe und Gründerpreise - doch die Deutschen bevorzugen die Festanstellung. Warum?

Quelle: Fotolia

Wir Deutschen scheuen das Risiko. Dafür gibt es viele Indikatoren, nicht zuletzt der niedrige Anteil der Aktionäre hier zu Lande. Wenn wir zwischen Sicherheit und Risiko sowie den damit verbundenen Chancen wählen sollen, entscheiden wir uns bei der Berufswahl und Geldanlage meistens für Sicherheit. Das ist unsere Komfortzone, außerhalb dieser schlafen wir schlecht.

Hinzu kommt, dass Unternehmer in Deutschland wenig Lobby und Ansehen haben. Sie werden häufig in eine Ecke mit „den Reichen“ gestellt oder mit Erben verwechselt. Wir reagieren auf Unternehmer eher mit Neid und Missgunst, denn mit Stolz und Bewunderung. Wenn Unternehmer scheitern, fühlen wir uns bestätigt, dass ins Risiko zu gehen eher dumm ist als mutig.

Was aber kann man tun, um diese tiefverwurzelten Vorurteile zu entkräften? Wie kann man einen Kulturwandel herbeiführen?

Wir müssen früh anfangen, etwas zu ändern.

Das beginnt mit den Schulen. Hier sollten wir Unternehmerkultur lehren und erlebbar machen. Daran fehlt es fundamental. Fächer wie Wirtschaftskunde behandeln Fallstudien etwa über Konzerne, klammern aber Mittelständler und  Start-ups aus.

Dabei wäre es wichtig, dass schon junge Menschen – unabhängig von Bildung und Beruf der Eltern – Unternehmertum überhaupt als Option kennen lernen und als persönliche Chance begreifen: egal ob als Inhaber eines kleinen Gastronomiebetriebs, eines Einzelhandelsladens, eines Handwerksbetriebs oder einer IT-Firma. Sie alle sind Unternehmer, schaffen Arbeitsplätze und gehen ins Risiko mit der Chance,  langfristig auf eigenen Beinen zu stehen

Im Mai war ich beim „Girls Day“ im Bundeswirtschaftsministerium und habe dort vor rund 100 Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren aus meinem Alltag als Unternehmerin berichtet. Auf meine Frage, wer von den Mädchen später ein eigenes Unternehmen haben wolle, meldeten sich fünf.

Das ist die Realität in Deutschland. „Kein Geld“, „zu viel Risiko“ und „keine Ahnung wie das geht“ waren die häufigsten Begründungen.

Da müssen wir ran, wenn wir Unternehmertum in Deutschland massentauglich machen wollen. Wir müssen junge Menschen schon früh ermutigen und befähigen, sich selbständig zu machen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%