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Pressearbeit: Die 10 wichtigsten PR-Tipps für Gründer

von Sebastian Matthes

Viele Jungunternehmer zeigen sich im Umgang mit der Presse hochprofessionell. Doch oft haben sie absurde Vorstellungen davon, wie Journalisten arbeiten. WirtschaftsWoche-Redakteur Sebastian Matthes hat die wichtigsten Regeln für Gründer-PR zusammengetragen.

Das Wall Street Journal ist die zweitgrößte Tageszeitung in den USA. Foto: ap
Das Wall Street Journal ist die zweitgrößte Tageszeitung in den USA. Foto: ap

1. Journalisten drucken keine Presseinformationen

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Das war eigentlich meine Lieblingsmail nach Erscheinen der Geschichte "Die 50 interessantesten Gründer": Lieber Herr Matthes, da wir ja nun nicht in der Liste der interessantesten Gründer auftauchen, möchten wie Sie bitten, wenigsten diese Presseinformation abzudrucken? Im Anhang gab es eine Presseinformation mit einer langweiligen allgemeinen Beschreibung des Unternehmens. Keine Nachricht, kein aktueller Anlass.

2. Deswegen: Wenn schon Presseinformationen, dann klar geschrieben

Der Inhalt von Unternehmensdarstellungen und Presseinformationen sollte in den ersten drei Sätzen klar werden. Schreiben Sie nichts von Frühling, wenn Sie ein neues Startup vorstellen wollen. Schreiben Sie,

was Sie machen, wieso es die Idee wert ist, dass sich jemand außer Ihren Eltern jemand dafür interessieren könnte und stellen Sie klar, was daran neu ist.

Und noch etwas: Wenn Sie nach dem Verschicken der Presseinformation anrufen und fragen, ob die Mail angekommen ist, wird das allgemein als sehr lästig empfunden. (Glauben Sie nicht? Passiert fast täglich.)

3. Nein, wir verschicken keine Artikel

Mal im Ernst: Wollen Sie Texte lesen, die von den handelnden Personen redigiert werden? Aber genau das verlangen viele immer wieder. Vertrauen Sie auf das Urteil Ihres Gesprächspartners -  und wenn Sie ihm nicht vertrauen, dann sprechen Sie gar nicht erst mit ihm! In den vergangenen Jahren hat sich die Unsitte verbreitet, Zitate autorisieren zu lassen. Darauf kann man sich einlassen. Aber denken Sie daran: Es ist auch immer ein Zeichen dafür, dass Sie Ihrem Gesprächspartner nicht zutrauen, seine Arbeit ordentlich zu machen.

4. Richten Sie einen Presse-Link ein

Nicht alle jungen Unternehmer sind so interessant, dass Journalisten sich auf Recherchetour begeben, um sie zu finden. Aber bei vielen ist genau das notwendig. Kann sein, dass das bei manchen zur Strategie gehört und Aufmerksamkeit nicht gewünscht ist. Alle anderen brauchen auf ihrer Unternehmensseite einen klar sichtbaren Link für interessierte Schreiberlinge.

Dahinter können sich Rubriken wie eine kleine Gründungsgeschichte befinden (am besten in Stichpunkten).  Recherchierenden Journalisten helfen auch Fotos und Lebensläufe der Gründer und Presseartikel, die über das Unternehmen schon erschienen sind. Das allerwichtigste ist jedoch eine (erreichbare!) Telefonnummer samt Ansprechpartner und eine Emailadresse, die mehrmals täglich abgerufen wird. (siehe auch hier)

5. Wahl der PR-Agentur

Bitte, bitte, bitte: Wenn Sie eine PR-Agentur wählen, dann suchen Sie sich eine aus, der Ihr Produkt erklären kann. Die PR-Ansprechpartner sind mitunter so unwissend, dass man nach einem kurzen Gespräch noch weniger versteht als zuvor. Wieso dann eine Agentur? Wer ein Internetunternehmen hat, braucht PR-Leute, in deren Agentur eine nennenswerte Zahl internetaffiner Menschen arbeitet.

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