Researchgate: 53-Millionen-Nachschub für das Forscher-Facebook

Researchgate: 53-Millionen-Nachschub für das Forscher-Facebook

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Ijad Madisch, der Gründer des Forscher-Netzwerks Researchgate.

von Oliver Voß

Ijad Madisch baut ein Facebook für Forscher. Bill Gates, Peter Thiel stecken noch einmal mehr als 50 Millionen Dollar in Researchgate. Hat der Gründer des Forscher-Netzwerks das Zeug zum deutschen Zuckerberg?

Ijad Madisch ist schon lange ein Star unter den deutschen Gründern, nun stellt er den Status offensiv zur Schau. Ein knallblaues Superman-Basecap sitzt auf dem Kopf des 36-Jährigen. Das Käppi hat die Wollmütze ersetzt, die lange sein optisches Markenzeichen war. Und nicht bloß das. „Ich wollte als Kind immer Superheld werden“, sagt er lachend und knöpft sein Hemd auf. Darunter zeigt sich ein rotes Shirt mit dem gelben Blitz des Comic-Helden Flash.

Eines, wie es Sheldon Cooper trägt, der geniale Wissenschaftlers aus der TV-Kultserie „The Big Bang Theory“. Das passt, denn Madisch ist so etwas wie die coole Variante des TV-Obernerds, gekreuzt mit Mark Zuckerberg: Der promovierte Virologe ist zugleich Informatiker, vor allem aber Chef des Berliner Wissenschafts-Netzwerks Researchgate, einer Art Facebook für Forscher.

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Doch ist der aus Wolfsburg stammende Arzt wirklich der Überflieger, den er so gerne mimt? Lange blieb er den Beweis schuldig, dass sich mit seiner Idee überhaupt Geld verdienen lässt.

Die wertvollsten Start-up-Branchen Europas

  • 8 Prozent

    Start-ups machen alle etwas mit Internet und Apps? Tatsächlich sind Internet und Digitalisierung ein Nährboden für junge Unternehmen: Jeweils acht Prozent der wertvollsten europäischen Start-ups stammen aus den Branchen IT- und Softwareentwicklung, Online-Service-Portale sowie Consumer-Mobile und Web-Application.

  • 9 Prozent

    Neun Prozent kommen aus der Medienbranche beziehungsweise der sogenannten Kreativwirtschaft.

  • 25 Prozent

    Einen deutlich größeren Anteil haben jedoch die FinTechs. Ein Viertel der wertvollsten Start-ups bieten Finanzdienstleistungen an.

  • 42 Prozent

    Der Löwenanteil entfällt jedoch auf den E-Commerce: 42 Prozent machen ihr Geld mit Online-Handel.

Immerhin, Researchgate ist schon jetzt das internationalste Start-up hierzulande. Gerade einmal vier Prozent der Nutzer kommen aus Deutschland. Kein anderer hat zudem so illustre Investoren, zu denen Microsoft-Gründer Bill Gates, Facebook-Finanzier und Trump-Berater Peter Thiel und Valley-Investor Matt Cohler zählen. Jetzt gab das Netzwerk bekannt, dass die Geldgeber schon 2015 noch einmal fast 53 Millionen Dollar investiert haben. Auch Goldman Sachs und Schauspieler Ashton Kutcher sind mit eingestiegen. Insgesamt hat Researchgate damit mehr als 100 Millionen Dollar eingesammelt.

„Ich mache nicht gern Tamtam um Finanzierungsrunden“, sagt Madisch. Auch um Gewinne schert er sich bislang nicht. Für seine Valley-Finanziers kein Problem: „Vergiss erst mal das Geldverdienen“, hat Cohler, der LinkedIn mit aufgebaut hat, Madisch eingetrichtert. Wenn man den Netzwerk-Effekt hinbekomme, folge der Rest von allein.

Und zumindest dieser Teil der Mission läuft. Researchgate wächst schnell. Die Zahl der Mitglieder stieg im Vorjahr um fast 40 Prozent, auf nun zwölf Millionen. Beeindruckender noch sind deren Aktivitäten. Die Nutzer veröffentlichen jeden Monat 2,5 Millionen Publikationen auf der Plattform, mehr als 100 Millionen sind es bis heute.

Schon lange ein Star unter den deutschen Gründern: Ijad Madisch baut ein Facebook für Forscher. Quelle: Martin Miseré

Schon lange ein Star unter den deutschen Gründern: Ijad Madisch baut ein Facebook für Forscher.

Bild: Martin Miseré

Es war Cohler, Partner beim Risikokapitalgeber Benchmark Capital, der Madisch bisher als wichtigster Ratgeber zur Seite stand. Er kennt sich so gut mit Netzwerken aus wie wenige sonst. Cohler war einer der ersten fünf Facebook-Mitarbeiter und finanzierte schließlich mit Snapchat und Instagram die nächste Netzwerk-Generation.

Kann sich Researchgate dort einreihen? In Sachen Selbstbewusstsein hält Madisch mit den Valley-Größen locker mit: Als Researchgate vor zweieinhalb Jahren begann, auf seinem Portal Stellenanzeigen zu veröffentlichen, zog er Parallelen zu LinkedIn, die mit Stellenangeboten damals schon Milliarden umsetzten.

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