Scheinselbstständigkeit: Viele Selbstständige nur auf dem Papier selbstständig

Scheinselbstständigkeit: Viele Selbstständige nur auf dem Papier selbstständig

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Viele vermeintlich Selbstständige müssten eigentlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden.

Viele Selbstständige sind eigentlich Angestellte: Gut ein Drittel der Freischaffenden sitzt regelmäßig bei ein und demselben Auftraggeber im Büro, zehn Prozent haben nur einen Kunden. Angst vor Sanktionen hat niemand.

Ein großer Teil der Selbstständigen müsste nach einer Untersuchung der Wirtschaftsberatung Ernst & Young eigentlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. In Deutschland seien etwa 1,2 Millionen in einem Arbeitsverhältnis, dass potenziell scheinselbstständig sei, heißt es einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Das seien gut 28 Prozent aller Selbstständigen. Der volkswirtschaftliche Schaden könne für die Sozialversicherungssysteme damit auf mehr als drei Milliarden Euro geschätzt werden.

Etwa 24 Prozent der Selbstständigen seien in den Räumen des Auftraggebers tätig und in dessen Betriebsablauf eingebunden. Zehn Prozent arbeiteten nur für einen einzigen Auftraggeber. Ein Fünftel sind länger als 18 Monate für einen Auftraggeber tätig. 82 Prozent der befragten Unternehmen halten das Risiko von Sanktionen allerdings für gering.

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Die größten Hemmnisse für Unternehmensgründungen

  • Zur Studie

    Fragestellung: Was glauben Sie sind die größten Hemmnisse für Unternehmensgründer in Deutschland bzw. den USA?
    Quelle: Axa Studie "Innovation und Unternehmensgründungen in Deutschland und den USA", Oktober 2014.
    Repräsentative Befragung im YouGov Panel Deutschland (1.034 Personen) und im YouGov Panel USA (1.145 Personen).

  • Platz 10

    Zu starke zeitliche Beanspruchung
    USA: 16%
    Deutschland: 17%

  • Platz 9

    Fehlende oder zu wenig Netzwerke
    Deutschland: 19%
    USA: 16%

  • Platz 8

    Zu große Verantwortung
    Deutschland: 20%
    USA: 9%

  • Platz 7

    Eingeschränkte Verdienstmöglichkeiten
    Deutschland: 20%
    USA: 19%

  • Platz 6

    Fehlende oder zu wenig Beratungsangebote
    Deutschland: 24%
    USA: 11%

  • Platz 5

    Furcht, weniger als im Angestelltenverhältnis zu verdienen
    Deutschland: 29%
    USA: 32%

  • Platz 4

    Fehlende Sicherheiten
    Deutschland: 52%
    USA: 17%

  • Platz 3

    Angst zu scheitern
    Deutschland: 54%
    USA: 40%

  • Platz 2

    Bürokratischer Aufwand
    Deutschland: 70%
    USA: 45%

  • Platz 1

    Fehlendes Kapital
    Deutschland: 72%
    USA: 58%

„Erhebliche Steuernachzahlungen, Strafzahlungen, persönliche Haftung von Führungskräften und der Verlust von Reputation - das Schadenspotenzial für Unternehmen ist enorm“, warnt Markus Lohmeier, bei Ernst & Young für die Themen Integrität und Recht zuständig.

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