Start-ups: Entwicklungshilfe aus dem Nahen Osten

Start-ups: Entwicklungshilfe aus dem Nahen Osten

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Elad Cohen berät in Israel Studenten bei der Gründung von Start-ups

von Miguel Zamorano

Die Berliner Start-up-Szene steht vor dem entscheidenden Wachstumsschritt. Ein Blick nach Israel lohnt sich: Was können die deutschen Entrepreneurs von dem High-Tech-Giganten lernen?

Ein wiederkehrender Vorwurf an die Deutsche Start-up-Unternehmen: Sie klonen gut, die Innovationen finden aber woanders statt. Ist das so schlimm?

Elad Cohen schaut jetzt etwas erschöpft aus. Eine lange Woche im März hat der 26-jährige Israeli den Start-up-Kosmos Berlin besucht. Jeden Tag traf er Vertreter der Berliner High-tech-Branche und hat dabei Kontakte geknüpft.

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Daheim in Tel Aviv berät Cohen mit StarTau Studenten bei der Gründung von Start-ups. Über 700 Personen haben voriges Jahr die Kurse von dem Entrepreneurship-Center an der Universität Tel Aviv besucht; allein 5000 Personen kamen nach Angaben von Cohen zu den Netwerkveranstaltungen.

Kompliment eines Entwicklungshelfers

Jetzt sitzt Cohen am vorletzten Tag seines Berlin-Besuches im Betahaus, Kreuzberg. Was hält er von dem Vorwurf, die deutschen Internetunternehmer würden stets nur die Großen aus dem Silicon Valley klonen? Cohen hält kurz inne und sagt dann: „Ich finde das nicht so schlimm. Denn es zeigt sich ja, dass man nicht nur ein Geschäftsmodell kopieren sondern auch erfolgreich anwenden kann.“ Aus dem Munde des 26-Jährigen klingt das wie ein Kompliment eines Entwicklungshelfers.

Schaut man auf Israel, dann kommt man nicht drum herum, in diesen Begriffen zu denken. Ungefähr 7,6 Millionen Menschen leben in dem kleinen Land im Nahen Osten, doch mit seiner High-tech-Branche ist Israel ein Gigant. Nach genauerem Hinschauen könnten deutsche Internet-Entrepreneure ihre vermeintlichen „Kopierqualitäten“ auch bei Israel anwenden. Und sich viel von diesem kleinen Giganten abschauen.

Neben dem Silicon Valley in Kalifornien sind nirgendwo anders in der Welt die Bedingungen für Start-ups so günstig wie im Heiligen Land. Die Universitäten schmeißen jedes Jahr genügend gut ausgebildete Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt. Risikokapital steht in Mengen zur Verfügung - 250 US-Dollar pro Kopf nach Berechnung. In Deutschland sind es nach Berechnung von Stephan Jacquemot von der Microsoft-Tochter Bizspark lediglich fünf US-Dollar.

Einkauf im Heiligen Land

Die Global Player aus den USA haben die Vorteile Israels längst erkannt und gehen dort regelmäßig auf Einkaufstour. Eine Kostprobe: Apple kaufte Ende des Jahres 2011 Anobit Technologies auf. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu gratulierte per Twitter. Bis zu 500 Millionen Dollar soll Apple für Hersteller von Flash-Speicherkarten auf den Tisch gelegt haben.

Doch damit nicht genug. Apple möchte in Israel sein erstes Forschungs- und Entwicklungszentrum außerhalb von Kalifornien errichten, wie viele andere US-Tech-Riesen.

Bei diesem Beispiel wird schnell klar: Die Start-up-Szene in Israel profitiert aus der engen Zusammenarbeit bestehend aus Forschung, Unternehmer und Kapitalgeber. Dieses Ökosystem bietet die Voraussetzungen, damit Ideen ohne größeres Zögern umgesetzt werden und erfolgreich gedeihen können.

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