Startup der Woche: Der heimliche App-Werbekönig

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Trademob CEO Ravi Kamran

Kolumne von Oliver Voß

Trademob ist eines der erfolgreichsten deutschen Startups und trotzdem nur Insidern bekannt. Der Spezialist für Smartphone-Werbung erlöst Millionen und erklärt, wie eine App zum Bestseller wird.

Der Weg in die neue Medienwelt führt durch die alte: Wer Ravi Kamran, Chef und Gründer des App-Werbespezialisten Trademob in der Berliner Friedrichstraße besucht, muss zuerst an Bücherwänden mit den neuesten Werken von Peter Scholl-Latour, Krimiautor Jo Nesbø oder Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky vorbei. Denn Trademob residiert über dem ehrwürdigen Ullstein-Verlag. Derzeit jedenfalls noch.

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"Es ist schon sehr eng geworden", sagt Kamran, der in der Ecke eines lang gestreckten Großraumbüros sitzt. Kein Wunder, die Mitarbeiterzahl ist in einem Jahr von 16 auf 110 gestiegen. Der Bedarf ist damit noch lange nicht gedeckt: In der Kaffeeküche sind die Schränke vollständig mit mindestens zwei Dutzend Stellenausschreibungen beklebt.

Dabei gibt es schon jetzt kaum noch Arbeitsplätze, zum Meeting hat sich gerade ein kleines Grüppchen im Flur versammelt. Und so sucht Kamran keine zwölf Monate nach dem Einzug schon wieder ein neues Büro.

In nur zweieinhalb Jahren hat der 31-jährige eine der erfolgreichsten und am schnellsten wachsenden Internetfirmen aufgebaut: Monatlich erzielt Trademob einen siebenstelligen Umsatz und hat im vergangenen Oktober mit insgesamt 15 Millionen Euro eine der für Deutschland höchsten Finanzierungssummen aller Zeiten eingesammelt.

Trotzdem sind Kamran und sein Unternehmern nur Insidern ein Begriff. Denn Trademob agiert im Hintergrund: Es schaltet für Kunden wie Ebay, HRS oder Universal Music Werbung für deren Apps auf Smartphones. "Der Markt ist sehr fragmentiert", erklärt Kamran. Allein 230 verschiedene Werbenetzwerke nutzt Trademob, um die Anzeigen seiner Kunden auf Mobiltelefonen auszuspielen.

Fakten zum Unternehmen

  • Finanzierung

    800.000 Euro vom High-Tech-Gründerfonds und Tengelmann, dann von Kennet Partners 12,5 Millionen Euro.

  • Kosten

    Im Schnitt kostet die Werbung eines App-Nutzers 1 Euro.

Im Schnitt müsse man pro geworbenen Nutzer Kosten von einem Euro kalkulieren, sagt Kamran. "Wir erreichen aber auch 30 Cent". Dann nämlich, wenn es gelingt, in die Ranglisten der populärsten Apps zu kommen. Da sich viele Nutzer an den Rankings orientieren und dort immer wieder nach neuen Programmen stöbern, kommt zu den geworbenen Kunden auch organisches Wachstum. "In Deutschland braucht man dafür in ein bis zwei Tagen circa 15.000 Downloads", sagt Kamran, "dann ist man aber auch schon auf den vordersten Plätzen."

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