Startup der Woche: Die digitale Sekretärin der Deutschen Post

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kolumneStartup der Woche: Die digitale Sekretärin der Deutschen Post

Kolumne von Oliver Voß

Gini will den Briefverkehr digitalisieren und managen. Die Deutsche Post setzt nun auf das Startup, um ihrem E-Post-Angebot mehr Schwung zu geben.

 

Die Deutsche Post tut sich bislang mit ihrer E-Post schwer, Nutzer sind wenig interessiert und die Bundesregierung hat sich für den Konkurrenten De-Mail für die offizielle, elektronische Behördenpost entschieden. Nun setzt die Post auf das Münchner Startup Gini, um aufzuholen. Die Gründer Fabian Stehle, Holger Teske und Steffen Reitz sollen den elektronischen Brief mit Ihrer Technologie attraktiver machen. „Wir wollen Kunden von der physischen Post befreien“, sagt Reitz.

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Dazu werden sämtliche Briefe gescannt und digitalisiert. Der virtuelle Briefkasten ist gleichzeitig eine digitale Sekretärin, denn die Software soll durch eine semantische Texterkennung die Post gleich noch sortieren und archivieren: Stromrechnungen landen so in einem anderen Ordner als Briefe der Bank. Auch Bezahlfunktionen soll es geben. Wichtige Briefe, beispielsweise mit neuen Chipkarten, werden weiterhin direkt zugestellt. Zudem werden persönliche Briefe auf Wunsch im Original nachgesandt.

Fakten zum Unternehmen

  • Gründung

    2011

  • Mitarbeiter

    inzwischen fast 30

  • Finanzierung

    per Crowdfunding 100 000 Euro, von T-Ventures, Check24 und Business Angels mehr als 1 000 000 Euro

Die Kooperation von Gini und der Post wurde in der vorigen Woche vereinbart. „Wir haben uns dabei gegen große IT-Konzerne durchgesetzt“, sagt Reitz. Starten soll der Dienst im Herbst.

Die Münchner arbeiten bereits seit 2011 am digitalen Dokumentenmanagement und haben schon den Gründerwettbewerb des Branchenverbandes Bitkom gewonnen - unter dem Namen Smarchive. Der wurde nun in Gini geändert, der alte klang zu sehr nach Archivieren.

Dass die dazugehörige Internetadresse mit der Endung .de von einer Tai-Chi-Lehrerin in Schwaben besetzt ist stört Reitz dabei nicht. Viele andere Anbieter seien auch ohne die „richtige“ Domain groß geworden, interessierte Nutzer würden die Seite im Netz schon finden. 

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Obwohl das digitale Dokumentenmanagement bis heute nur für einen geschlossenen Testerkreis zur Verfügung steht, hat das Startup von Steffen Reitz schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Im Dezember 2011 stellte es einen Rekord auf der Crowdfundingplattform Seedmatch auf: Von 144 Investoren sammelte Smarchive damals 100 000 Euro ein. Doch was anfangs ein großer Erfolg war, wurde bald zur großen Hürde.

T-Ventures, der Investmentarm der Telekom, wollte sich beteiligen, doch da wurden die Kleininvestoren zum Problem. Die Finanzierung über etwas mehr als eine Million Euro wäre beinahe daran gescheitert, denn die Risikokapitalgeber wollten keine dreistellige Zahl weiterer Mitinvestoren an Bord haben. 

Mehrere Wochen benötigte Reitz, um alle 144 Geldgeber zu erreichen. Etwa ein Drittel konnte er überzeugen, sich die Investition wieder erstatten zu lassen. Die Anteile der anderen 100 wurden gebündelt. 

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