Startups: Deutschlands Gründer-Szene wächst kaum noch

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Startups: Deutschlands Gründer-Szene wächst kaum noch

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Das Netzwerk der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften RSM hat die weltweite Unternehmensentwicklung zwischen 2007 und 2011 analysiert.

In Deutschland stagniert die Zahl der Unternehmensgründungen, während Frankreich zum neuen Stern am Startup-Himmel avanciert. Auch die BRICS-Staaten hängen die Bundesrepublik ab. Ein Überblick.

Gerne rühmt sich Deutschland mit seiner ausgeprägten Startup-Kultur. Berlin sei das Silicon Valley Europas – eine Aussage, zu der sich auch Politiker gerne hinreißen lassen. Eine Studie der RSM International zeigt nun, dass Deutschland bundesweit eine eher schwach entwickelte Startup-Kultur besitzt. Da es sich um eine weltweite Studie handelt, konnte aufgrund der Fülle der Daten allerdings nur der Zeitraum 2007 bis 2001 berücksichtigt werden.

In diesen Jahren entstanden in Deutschland lediglich 75.000 neue Unternehmen. Mit einer jährlichen Zuwachsrate von 0,6 Prozent weist die Bundesrepublik damit einen nahezu stagnierenden Markt auf und liegt sogar leicht unter dem Durchschnitt der G7-Staaten. „Vor dem Hintergrund, dass Deutschland zu den wettbewerbsstärksten Volkswirtschaften der Welt zählt, ist dies überraschend“, sagt Christian Roller von RSM Germany. „Allerdings zeigt es auch, welche Potenziale geweckt werden können, wenn Unternehmensneugründungen nachhaltig gefördert werden.“

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Frankreich überraschend vorne

Innerhalb Europa überrascht Frankreich. Hier wurde mit 4,5 Prozent der verhältnismäßig höchste Zuwachs an Unternehmen verzeichnet, und das bei gleichzeitig relativ niedrigem Wirtschaftswachstum. Dies, so die Studienexperten von RSM International, lasse sich auf spezielle Wirtschaftsprogramme zurückführen. So wurde in Frankreich 2009 eine Initiative namens „Auto Entrepreneur“ verabschiedet, durch die eine Startup-Kultur gefördert wurde. Weitere europäische Länder mit überdurchschnittlich hohen Zahlen sind die Schweiz (6,8 Prozent), die Niederlande (5,2) und Malta (3,3).

Eine Sonderauswertung zeigt auch, dass im Krisenjahr 2008 innerhalb der vergangenen fünf Jahre die meisten Unternehmen geschlossen wurden. Gleichzeitig entstanden zu diesem Zeitpunkt aber auch die meisten Neugründungen. „Diese Entwicklung macht deutlich, dass wirtschaftliche Krisen auch unternehmerische Eigeninitiativen freisetzen“, so RSM-Vorsitzender Warner B.J. Popkes. „Denn dadurch verschieben sich jahrelang gültige Machtverhältnisse und eröffnen neuen Playern bis dato nicht existierende Potenziale.“

Seit Ausbruch der Finanzkrise haben sich auch die Volkswirtschaften der BRICS-Staaten weitaus lebendiger entwickelt als die der westlichen Industrienationen. In Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika wurden in den vergangenen Jahren siebenmal so viele Unternehmen neu gegründet wie in den G7-Staaten.

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Von allen 35 Ländern legte die Zahl der Unternehmen in Hongkong am meisten zu: von 655.000 in 2007 auf 956.000 in 2011. Schlusslicht bildet Südafrika, das als einziges Land der BRICS-Staaten ein Negativ-Wachstum aufweist. Hier wurden in den vergangenen Jahren deutlich mehr Unternehmen geschlossen als neu gegründet. In Europa liegt Zypern an der Spitze (8,4 Prozent), ganz am Ende rangiert Portugal (minus 0,8).

RSM ist ein weltweiter Zusammenschluss unabhängiger Prüfungs- und Beratungsgesellschaften. Das Netzwerk hat in 35 Ländern die Zahl der Unternehmensneugründungen mit denen der Unternehmensschließungen verglichen. Für die G7-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und USA ergibt sich nach dieser Studie seit 2007 ein Zuwachs von rund 846.000 Unternehmen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 0,8 Prozent entspricht. Im selben Zeitraum entstanden in den BRICS-Staaten allerdings 4,8 Millionen neue Unternehmen (jährliche Wachstumsrate: 5,8 Prozent).

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