Termin in Mülheim: Wie die Samwers ihr Geld investieren

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Termin in Mülheim: Wie die Samwers ihr Geld investieren

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Macht sich eigentlich rar: Oliver Samwer

von Henryk Hielscher

Mit Startups wie Jamba und Beteiligungen an Groupon, Zalando und Facebook sind die Samwer-Brüder zu Internet-Millionären geworden. Worauf das Trio bei ihren Engagements achtet, skizzierte Oliver Samwer jetzt in Mülheim.

Wenn die Samwer-Brüder etwas von den stationären Händlern gelernt haben, dann eines: die Scheu vor der Öffentlichkeit. Interviews mit den drei wohl erfolgreichsten deutschen Internet-Unternehmern sind rar. Öffentliche Auftritte? Normalerweise Fehlanzeige. Umso erstaunlicher, dass Oliver Samwer  heute in Mülheim an der Ruhr über „E-Commerce from a global perspective“ parlierte. Tengelmann-Chef Karl Erivan Haub hatte zum e-day in die Konzernzentrale des Traditionshändlers geladen und Samwer war der Einladung seines Geschäftspartners gefolgt. Neben einer Tour durch das Internetimperium der Brüder, das inzwischen vom Handarbeitsmarktplatz DaWanda bis zum Schuhversender Zalando reicht, skizzierte Samwer auch die eigene Beteiligungsstrategie, die ein paar grundlegenden Regeln folgt.     

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Nummer 1 statt Nischenplayer

E-Commerce bleibe noch „in den nächsten 20 Jahren“ der Wachstumstreiber. Bei einem Engagement würde er „auf jeden Fall auf die Nummer eins“ des jeweiligen Marktes setzen statt Nischenplayer zu päppeln. „Der 17. Tierfutter-Shop im Netz interessiert nicht“.

Erfolgsfaktoren für Web-Shops

  • Front-End und Back-End

    Sie müssen nahtlos miteinander integriert sein. Das heißt, wenn der Besucher im Shop eine Bestellung auslöst, muss dieser Prozess in den nachgelagerten Warenwirtschafts-, Kundenwirtschafts- und Produktmanagementsystemen sauber abgebildet werden.

  • Multi- und Cross-Channel

    "In Zukunft wird es immer wichtiger sein, mehrere Kanäle gleichzeitig zu bedienen und diese gut miteinander zu vernetzen", so Reupert. Beispielsweise können integrierte Prozesse in den Webshops von Einzelhändlern eine Funktion bieten, über die der Besucher herausfindet, ob ein Artikel in einer bestimmten Filiale vorrätig ist. "Denn nach wie vor informieren sich viele Kunden im Internet und kaufen dann doch im stationären Handel."

  • Mobile Enablement

    Der Trend zum Smartphone hält an und darum ist es für Shop-Betreiber elementar, den Shop-Content auch mobil zur Verfügung zu stellen, um Kunden nicht an technisch fortschrittlichere Konkurrenten zu verlieren.

  • Produktdatenqualität

    Studien haben gezeigt, dass rund ein Drittel der Kaufabbrüche in einem Web-Shop auf der Produktdetailseite erfolgen. Daher ist die Qualität von Produktbeschreibungen und Produktbildern elementar wichtig. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, rät Reupert: Besser als die Mitbewerber über Produkte informieren, bessere Usability und effektive Suchmaschinenoptimierung.

    Quelle: Achim Reupert, Experte des Dienstleisters Nionex, auf Mittelstandsmanager.de

Auch im Online-Lebensmittehandel sieht Samwer derzeit wenig Potenzial. Grundsätzlich sei ihm bei Gesprächen mit Gründern unternehmerisches Denken wichtig. Als Investor achte er auf eine vergleichsweise breite Streuung, wohl vor allem, weil er selbst den großen Innovatoren des Netzes wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg keine zweite große Idee zutraut. „Zuckerberg kriegt keine zweite große Idee“, so Samwer, der selbst an dem Konzern beteiligt war. Ein großer Wurf sei okay, so der Tenor, aber „niemand“ darf „Eiskrem und Nutella zusammen erfinden, das stellt der liebe Gott sicher.“

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