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kolumneValley Talk: Startup-Boom auf kleinerer Flamme

Kolumne von Matthias Hohensee

Die Summe des Wagniskapitals ist rückläufig. Dennoch erleben Gründer in den USA einen Aufschwung. Warum eigentlich?

Trotz sinkender Wagniskapitalsumme erleben die USA momentan einen Startup-Boom. Neben der Tatsache, dass traditionelles Risikokapital an Bedeutung verliert, gibt es heute unzählige Alternativen zu klassischen Wagniskapitalgebern. Quelle: Fotolia
Trotz sinkender Wagniskapitalsumme erleben die USA momentan einen Startup-Boom. Neben der Tatsache, dass traditionelles Risikokapital an Bedeutung verliert, gibt es heute unzählige Alternativen zu klassischen Wagniskapitalgebern. Quelle: Fotolia

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Wagniskapital, der so wichtige Zündstoff für Startup-Unternehmen, brennt wieder auf kleinerer Flamme. Könnte man zumindest anhand der Summen folgern, die in junge Unternehmen fließen: Im vergangenen Jahr waren das in den USA laut Berechnungen des Marktforschungsunternehmens CB Insight 28,3 Milliarden Dollar. 2011 waren es noch 30,6 Milliarden Dollar gewesen. Seit 2009, dem Jahr nach Ausbruch der Bankenkrise, hatte das Risikokapital jedes Jahr zugelegt.

Bedeutet das also, dass eine neue Startup-Flaute ins Haus steht, weil weniger investiert wird? Wohl kaum. Im kalifornischen High-Tech-Tal, aber auch in Los Angeles, New York und Boston boomen Startups, allen voran diejenigen aus dem Mobil- und Softwaresektor. Selbst die lange gemiedenen Biotechfirmen sind wieder gefragt.

Zwar stimmt es, dass die Gesamtsumme an Risikokapital rückläufig ist. Doch gleichzeitig erhielten 2012 mehr Unternehmen Geld als im Jahr zuvor: Die Zahl der Transaktionen stieg von 3.051 auf 3.267. Die Schecks waren nur kleiner, weil etwa Internet- und Softwareunternehmen weniger Wachstumskapital benötigen.

Platz 17: Berlin

Das Projekt Startup Genome hat ermittelt, was die besten Standorte für Gründer sind. Immerhin auf dem 17. Platz landet eine deutsche Stadt. Die Hauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren zum Anziehungspunkt für Start-Up-Gründer entwickelt. Besonders die Gegend um den Rosenthaler Platz hat es vielen angetan, die mittlerweile schon Silicon Allee genannt wird.

Erfolgreiche Berliner Start-Ups der vergangenen Jahre waren unter anderem kaufda, die Werbeprospekte ins Internet stellen, der Gutscheinhändler Groupon, Zalando oder eDarling. Auch das von US-Schauspieler Ashton Kutcher unterstützte Start-Up Amen hat seinen Sitz in Berlin.

Bild: dpa

Ganz im Gegensatz zur kapitalintensiven Cleantechbranche, wo in der Regel Milliarden notwendig sind. Doch gerade in dem Sektor nahmen die investierten Summen im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent ab. Überkapazitäten im Solarbereich, aber auch die schwache Nachfrage nach Elektroautos haben den Enthusiasmus der Investoren merklich abklingen lassen.

Das ist daher auch der Hauptgrund für die sinkende Wagniskapitalsumme. Hinzu kommt, dass traditionelles Risikokapital an Bedeutung verliert.

Im Internet- und Softwarebereich können Gründer oft den Start allein oder mithilfe von Freunden und Bekannten finanzieren. Und ihr Kapitalbedarf sinkt weiter, weil das Gros der Hardware nicht mehr wie früher gekauft, sondern Rechenkapazität online von Anbietern wie Amazon, Google oder Microsoft gemietet werden kann.

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