Valley Talk: Zendesk-Gründer fanden in den USA ihr Glück

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Drei die auszogen, den Kundendienst zu verbessern: Die Gründer von Zendesk.

Kolumne von Matthias Hohensee

In Dänemark interessierte sich niemand für die Produkte von Zendesk. Warum der Umzug nach San Francisco die beste Entscheidung der drei Gründer war.

Mikkel Svane, Morten Primdahl und Alexander Aghassipour leben den Traum vieler Gründer. 2009 packten die drei Dänen ihre Koffer und siedelten nach San Francisco über.

Da waren die Mittdreißiger bereits recht erfolgreich mit ihrem Start-up Zendesk, das sie 2007 in Kopenhagen gegründet hatten. Mehr als 1000 Unternehmen zählten zu ihren Kunden. Der erste Abnehmer ihrer Software für den Kundenservice war eine irische Telefongesellschaft, es folgte eine Tankstellenkette aus Texas, wenig später der Gutschein-Dienstleister Groupon. Nur im heimischen Dänemark interessierte sich erst einmal niemand für das Produkt.

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„Wir mussten ins Silicon Valley, um als Anbieter von Cloud-Software ernst genommen zu werden“, sagt Svane. Die Startbedingungen waren für Zendesk gut, weil die Produkte ausschließlich über das Internet vertrieben wurden und wichtige Kunden wie Twitter eh in der Nachbarschaft saßen. Nur der Umsatz war zu gering, weil die Gründer ihre Software schon ab einem Dollar pro Nutzer und Monat offerierten.

Das Trio setzte sich durch und residiert heute mit 700 Mitarbeiter in gleich zwei Bürogebäuden an der Market Street in San Francisco, nur ein paar Blocks vom Wettbewerber Salesforce entfernt. Im Mai ging Zendesk an die Börse und wird derzeit mit 1,8 Milliarden Dollar bewertet. Die Zahl der Kunden ist auf 45.000 gestiegen.

Der Durchbruch kam 2008

Nicht schlecht für ein Start-up, das anfangs keine Investoren fand. Was daran lag, dass Firmensoftware für den Kundensupport nicht als spannender Markt gilt. Der aber nach Svanes Überzeugung reif für Innovation ist. „Software für Callcenter ist in der Regel kompliziert“, erinnert sich der Zendesk-CEO. „Wir wollten etwas Einfaches schaffen, mit dem sich jeder übers Internet ein Callcenter zulegen konnte, ähnlich wie es Salesforce beim Kundenmanagement getan hatte.“

Die Gründer mussten anfangs alles selbst finanzieren, sich mit Beraterjobs über Wasser halten. Der Durchbruch kam, als sich 2008 der deutsche Wagniskapitalgeber Christoph Janz für Zendesk interessierte. Er fand das Team gut. Und die Software. „Sie sah im Gegensatz zu traditioneller Unternehmenssoftware gut aus, war leicht zu bedienen und ließ sich online leicht testen“, sagt Janz. Er brachte nicht nur Geld mit – eine halbe Million Dollar –, sondern auch viele Kontakte. Insgesamt sammelte Zendesk in den folgenden Jahren weitere 85 Millionen Dollar an Wagniskapital ein.

Kaufangebote abgelehnt

Die Gründer von Zendesk haben vieles anders gemacht als andere. Europäische Start-ups, die ins Silicon Valley übersiedeln, erhalten oft den Rat, ihre Programmierer lieber in Europa zu lassen, weil im Silicon Valley ein kostspieliger Kampf um die besten Köpfe tobt. Das Trio holte sie nach Kalifornien. „Produkte über verschiedene Zeitzonen zu entwickeln ist nicht ideal“, begründet Svane den Schritt.

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Und sie haben ihr Start-Up trotz mehrerer lukrativer Angebote nicht verkauft. Unter den Interessenten soll auch Salesforce gewesen sein. Stattdessen brachten die drei ihre Firma an die Börse, was sich bei der aktuellen Bewertung von fast zwei Milliarden Dollar als richtig erwies.

Was ein stolzer Betrag ist. Denn Zendesk hat allein im ersten Halbjahr bei nur 54 Millionen Dollar Umsatz wegen hoher Marketingausgaben 32 Millionen Dollar Verlust geschrieben. Svane ist trotzdem optimistisch. Guter Service werde künftig noch viel wichtiger, weil Kunden ihre Erfahrungen so leicht über soziale Medien verbreiten könnten, ist er überzeugt.

Mitarbeiter von Uber etwa rufen von sich aus Kunden an, die ihre Fahrer nur mittelmäßig bewerten. Der Service, meint Svane, dürfe in Zukunft nicht mehr nur reagieren, er müsse von sich aus aktiv werden – Raum für weiteres Wachstum.

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