
Der britische Verlagskonzern Pearson (Penguin, Financial Times) stärkt sich weiter im Wachstumsbereich Bildungsmedium. Die Mediengruppe hat nun den Stark-Verlag übernommen. Das Münchener Unternehmen gilt als einer der führenden Anbieter von Schüler-Lernhilfen und Unterrichtsmaterialien für Lehrer. Verkäufer ist der Finanzinvestor Syntegra und Detlef Laux, Geschäftsführer des Stark-Verlags. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Der Stark-Verlag wird laut Pearson auch nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen geführt. Ziel des Zukaufs sei es, so Pearson-Deutschlandchef Rolf Grisebach, das Produktangebot und den Kundenstamm durch die Erfahrung von Pearson im digitalen Bereich zu weitern. Der frühere Holtzbrinck-Manager führt seit Oktober 2010 die Geschäfte von Pearson in Deutschland. Pearson ist in Deutschland unter anderen mit dem Kochbuch- und Reiseverlag Dorling Kindersley sowie dem Wall Street Institute aktiv. Die Mediengruppe hat die Sprachschule Wall Street Institute erst vor einem Jahren zum Preis von 92 Millionen Dollar erworben.
Theo Bot, Partner des 1997 gegründeten Finanzinvestors Syntegra sagte zum Verkauf des Stark-Verlage: „Unsere Mission ist es, kleine, private Unternehmen aufzubauen, um sie für strategische Käufer attraktiv zu machen, und Stark ist eine erfolgreiches Beispiel für eine solche Transaktion.“ Bei Syntegra handelt es sich um ein Privat-Equity-Firma, ist sich in Frankreich, Italien und Deutschland bislang auf kleine und mittlere Unternehmen konzentriert hat. Der Finanzinvestor hatte 2005 den Stark-Verlag vom Unternehmensgründer Hannes Stark übernommen und dann das Geschäft aus- und umgebaut. Der Stark-Verlag mit 200 Mitarbeitern hatte zuletzt einen Teil des Eichborn-Verlags übernommen.
Pearson agiert in einer Position der Stärke. Denn das Geschäft mit Lehrbüchern boomt. Der britische Medienkonzern Pearson hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 670 Millionen Pfund erwirtschaftet. Das sind mehr als ein Viertel im Jahr zuvor. Seine Erlöse steigerte der Konzern um fünf Prozent auf 5,6 Milliarden Pfund. Pearson-Chefin Marjorie Scardino ging bei der Vorlage der Jahresbilanz zuletzt davon aus, dass sich Umsatz und Gewinn auch 2011 weiter steigen. Scardino hatte den Konzern in den vergangenen Jahren stark umgebaut. Mittlerweile erwirtschaftet die Sparte mit den Bildungsmedien rund 80 Prozent der Umsätze.




















