WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb 2013: Großes Interesse an Boxcryptor wegen NSA-Schnüffeleien

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WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb 2013: Großes Interesse an Boxcryptor wegen NSA-Schnüffeleien

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Secomba ist Sieger des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs 2013.

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von Jens Tönnesmann

Mit ihrer Verschlüsselungssoftware Boxcryptor haben Robert Freudenreich und Andrea Pfundmeier den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb 2013 gewonnen. Wegen weltweiter Geheimdienst-Schnüffeleien ist das Interesse an Datensicherheit rasant gewachsen – doch die Konkurrenz des Augsburger Startups schläft nicht.

Wer den Programmierern des Startups Secomba in Augsburg über die Schulter blickt, sieht auf ihren großen Flachbildschirmen jede Menge Zeichensalat: „GfZZuih’?“ steht da, „76$%$gu6“ und „80ui=!*“.

Das Chaos ist gewollt: Die Mitarbeiter des Startups, die hier in Kapuzenpullis sitzen und in die Tastaturen hacken, entwickeln Verschlüsselungssoftware. Boxcryptor heißt das Programm, an dem das 14-köpfige Team aus Festangestellten und Werkstudenten arbeitet. Wer es auf PC oder Smartphone nutzt, kann Dateien mit einem Passwort verschlüsseln, bevor er sie übers Internet auf die Festplatten von Speicherdiensten wie Dropbox oder Google Drive in die sogenannte Cloud überträgt – die Datenwolke im Netz, auf die die Nutzer von unterwegs zugreifen können. Sobald die Daten über PC oder Smartphone wieder abgerufen werden, entschlüsselt Boxcryptor sie, ohne dass der Nutzer es merkt.

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„Wir schützen die Daten vor dem Zugriff von Dritten“, sagt Robert Freudenreich, der Secomba zusammen mit Andrea Pfundmeier gegründet hat. „Selbst wenn die Informationen Hackern oder Geheimdiensten in die Hände fallen sollten, bekommen die nur Zeichenmüll.“

Produkt der Stunde

Das Produkt der beiden Gründer verbreitet sich rasant – und zwar weltweit, wie Pfundmeier und Freudenreich anhand einer Landkarte zeigen, auf der es vor roten Punkten nur so wimmelt. Die Markierungen zeigen an, wo auf dem Globus Internet-Nutzer Boxcryptor vergangene Woche heruntergeladen haben, um damit ihre Daten zu verschlüsseln – ob Tagebücher oder Geschäftspläne, Urlaubsfotos oder Firmenpräsentationen. Die Umrisse von Europa und den USA sind unter den farbigen Flecken kaum noch zu erkennen, und auch in Ländern wie Kenia, Kolumbien oder Kasachstan finden sich rote Punkte.

Mehr als eine Million Menschen nutzen die Software bereits; darunter viele, die von der kostenlosen Basisversion auf das 36-Euro-Jahresabo umgestiegen sind. Zu den Kunden gehören Privatleute genauso wie eine große deutsche Hochschule oder ein Medizinerverband aus den USA.

Das meint die Jury

  • Konstantin Ewald (Osborne Clarke)

    „Secomba befriedigt mit seinem innovativen Produkt ein echtes Kundenbedürfnis – Sicherheit in der Cloud. Das Team kann in wenigen Jahren Marktführer im Bereich IT-Sicherheit werden. Wir freuen uns über so viel Innovation made in Augsburg.“

  • Karen heumann (Thjnk)

    „Dass Datensicherheit ein hochsensibles und aktuelles Thema ist, hat die NSA-Affäre bewiesen. Secomba liefert mit seiner Verschlüsselungssoftware das Produkt der Stunde, vereint digitale Expertise mit leidenschaftlichem Gründergeist.“

  • Christine Stimpel (Heidrick & Struggles)

    „Secomba überzeugt nicht nur durch eine Technologie, die den Zeitgeist trifft, sondern auch durch ein sympathisches Team. Man spürt das Engagement und die Professionalität dieser jungen Unternehmer.“

  • Julia Derndinger (Entrepreneurs’ Organization)

    „Idee, Team und Geschäftsmodell – bei Secomba passt alles zusammen. Deswegen haben Andrea Pfundmeier und Robert Freudenreich den Sieg verdient.“

  • Florian Schweitzer (b-to-v Partners)

    „Secomba ist eine Startup-Perle in Europa mit der Chance, die Weltmärkte zu erobern.“

  • Franz Rother (WirtschaftsWoche)

    „Die Abhörskandale zeigen, dass der Schutz von Privat- und Firmendaten Eigeninitiative erfordert. Secomba hat dies früh erkannt und zu Recht gewonnen.“

Freudenreich und Pfundmeier punkten mit ihrer Idee aber nicht nur bei Internet-Nutzern: Das Gründer-Duo konnte auch die Jury des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs überzeugen, der in diesem Jahr zum siebten Mal ausgeschrieben war. Das Gremium kürte das Startup aus Augsburg am Donnerstag im Rahmen des WirtschaftsWoche-Gründerkongresses Neumacher in Hamburg zum Sieger.

„Die Gründer befriedigen ein echtes Kundenbedürfnis und bringen alles mit, um in wenigen Jahren ein Marktführer im Bereich IT-Sicherheit zu werden“, lobten die Juroren (siehe Kasten Seite 88). Secomba sei eine „Startup-Perle“ und die Software Boxcryptor das „Produkt der Stunde“.

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