Work-Life-Balance vs Überstunden: Wunsch und Wirklichkeit auf dem Arbeitsmarkt

Work-Life-Balance vs Überstunden: Wunsch und Wirklichkeit auf dem Arbeitsmarkt

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Überstunden und Stress gehören nahezu überall zum Job.

Wenn man die Deutschen fragt, was sie sich von ihrem Arbeitgeber wünschen, heißt es: gutes Geld, flexible Arbeitszeiten, ein gutes Arbeitsklima. Nur: Die Realität sieht leider anders aus.

Die Menschen rund um den Globus erleben derzeit einen grundlegenden Wandel: Die Digitalisierung bringt nicht nur neue Produkte und Vertriebswege mit sich, sondern verlangt auch eine neue Organisation der Arbeit. Hinzu kommt, dass das Bedürfnis nach Individualisierung auch beim Job immer größer wird und nicht mehr beim Turnschuh oder der Handtasche halt macht. Alles wird anders - und zwar so, wie wir es wollen. So weit die Theorie. Bundesarbeitsministerin Nahles hat deshalb den Dialogprozess Arbeiten 4.0 gestartet und ist im Grünbuch ihrer Behörde bereits auf die Perspektiven und Wünsche der Arbeitnehmer eingegangen.

Was die Deutschen wollen, ist klar:

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  • Auf einer Skala von Null bis 100 liegt eine gute Bezahlung mit 91 Punkten ganz oben.
  • Ein fähiger Chef mit guter Führungskultur folgt mit 90 Punkten direkt dahinter.
  • Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegt mit 87 Punkten auf Platz drei.

Überstunden sind tägliche Realität

Die Realität sieht aber leider anders aus: Auf einer Skala von Null bis 100 beträgt die Zufriedenheit mit dem Gehalt im Schnitt nur 64 Punkte, die Führungskräfte bringen es auf 69 Punkte und die Work-Life-Balance auf 67 Punkte, wobei die Männer mit der Vereinbarkeit noch unzufriedener waren, als die Frauen.

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Diese Unzufriedenheit kommt zum einen davon, dass der mehr als zehn Überstunden pro Woche für viele Angestellte keine Ausnahme sind. Zum anderen verschwimmen die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeitszeit immer mehr. Stichwort: dauerhafte Erreichbarkeit.

Die Folgen sind Burnout und psychische Störungen, wie es im Arbeitsministerium heißt. Dem Thema will sich deshalb auch die Bundesregierung annehmen. Bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) im brandenburgischen Meseberg sollte es explizit um die Balance zwischen dem Nutzen der zunehmenden Digitalisierung und neuen Arbeitsbelastungen gehen.

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Entsprechend forderte DGB-Chef Reiner Hoffmann, dass bei den gesamten Entwicklungen der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse. Dazu gehöre die Frage der Mitbestimmung und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "In den vergangenen 40 Jahren haben wir deutliche Fortschritte beim Schutz vor Lärm, Staub oder körperlicher Überlastung gemacht", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Die heutigen Belastungen sind gänzlich anderer Natur."

Die Stimmen aus der Politik lassen allerdings wenig Hoffnung auf drastische Veränderungen: Gabriel sagte, die Digitalisierung biete sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den Arbeitsmarkt. Diese sollten "nicht ängstlich, sondern mutig" angegangen werden. Außerdem brauche es mehr Flexibilität. Merkel forderte mehr Bildung und Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer schlug vor, Regelungen für den digitalisierten Arbeitsmarkt von vorneherein auf EU-Ebene zu erarbeiten. Klingt ganz so, als müssten noch einige Überstunden gemacht werden, bis sich die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit im Arbeitsalltag schließt.

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