
Eine Idee trifft den Zeitgeist: Die beiden Studienfreunde Anton Jurina, 29, und Martin Höfeler, 25, gründeten im März 2007 Armedangels, ein Startup, das mit ökologisch hergestellten und fair gehandelten Hemden Geld verdient. Mit ihrer Idee gewann das Kölner Unternehmerduo vor einem Jahr den hoch dotierten WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb, der nun in die nächste Runde startet. In der fünften Folge des Gründertagebuchs schreibt Mitgründer Jurina, wie sich das Geschäft entwickelt und wie die Jungunternehmer versuchen, zu expandieren. Was bei den Armedangels bisher geschah, lesen Sie im Internet unter www.wiwo.de/gruendertagebuch.
17. April
Ich fliege nach München. Auf der Kundenveranstaltung einer PR-Agentur spreche ich über „Corporate Social Responsibility“. Bei solchen Gelegenheiten versuche ich, weitere Kunden für unsere Unternehmens-Kollektion zu finden. Wir bieten Firmen an, ihre Logos auf unsere ökologisch hergestellten und fair gehandelten Hemden zu drucken. In den vergangenen Wochen haben wir 30 Angebote an Interessenten verschickt.
18. April
Ich nutze die Gelegenheit und besuche einige Mode-Magazine in München, im Gepäck: unsere Kollektion. Unter anderem bin ich bei „InStyle“, „Elle“ und „Amica“ eingeladen und sitze gegen Abend noch bei „Maxim“. Das Thema Social Fashion kommt gut an. Im Juli sollen Artikel mit und über uns erscheinen.
19. April
Die Pressereise war anstrengend. Zu Hause ist viel liegen geblieben. Zum Glück wird uns bald unsere neue Mitarbeiterin Sabine in PR-Sachen unterstützen. Mit ihr haben wir dann zwölf Mitarbeiter.
20. April
Ein Meilenstein im Marketing ist erreicht: Wir bauen die Kooperation mit Bionade aus! Wir produzieren ein Hemd für den Bio-Brause-Hersteller, und Bionade wird Sponsor unseres Messeauftritts während der Fashion Week in Berlin.
25. April
Seit Wochen untersucht Kristof den Markt. Bisher setzen wir überwiegend auf Online-Verkäufe. Kristofs Fazit: Der Internet-Verkauf bei Mode ist noch zu schwach. Wenn wir unsere Wachstumsziele erreichen wollen, müssen wir in den stationären Handel vordringen. Seit Monaten arbeiten wir zudem daran, einen Beirat aufzubauen. Wir versprechen uns von dem Gremium aus erfahrenen Unternehmern wertvolle Tipps, auch bei der jetzt anstehenden Expansion. Dabei arbeiten wir mit Stefan Fischhuber von Heidrick & Struggles zusammen, den wir über den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb kennen. Er stellt uns Oliver Dange vor, einen Kollegen bei Heidrick. Dange war viele Jahre Manager in verschiedenen Unternehmen der Kosmetik-, Gesundheits- und Spielwarenbranche. Er kennt sich bestens mit Handelsstrukturen aus – eine Traumbesetzung für un-seren Beirat. Doch er fordert viel: In wenigen Wochen will er von uns ein Konzept für den Eintritt in den stationären Handel sehen.
30. April
Unser Umsatz wächst monatlich mit zweistelligen Prozentraten. Mit steigender Komplexität wird es aber schwieriger, den Überblick über alle Funktionsbereiche im Unternehmen zu behalten. Deshalb hat Martin ein Projektverwaltungssystem eingerichtet, in dem jeder seine anstehenden Aufgaben dokumentiert. Ein zusätzliches Reportingsystem zeigt uns, wie die wichtigsten Unternehmenskennzahlen aussehen.
1. Mai
Hoher Besuch: Elmar Schüller, Geschäftsführer von Reddot, schaut auf einen Kaffee vorbei. Reddot vergibt jährlich international angesehene Preise für Produkt- und Kommunikationsdesign. Er findet unser Konzept gut und bietet an, über sein Netzwerk Kontakte zu Designern zu vermitteln.
2. Mai
Der Termin steht: Startschuss für unseren Handelseintritt soll im Juli die Berliner Mode-Messe Premium sein. Bis dahin muss die Kollektion Frühjahr/Sommer 2009 fertig sein. Unser Kreationsteam, Anna, Mila und Sanda, ist schon heute rund um die Uhr damit beschäftigt.









