Ideenfindung: Alles außer gewöhnlich: Wie sich Kreativität fördern lässt

Ideenfindung: Alles außer gewöhnlich: Wie sich Kreativität fördern lässt

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Nagelbürste in Krokodilform: 13 Prozent aller Deutschen kommen die besten Ideen im Bad

von Daniel Rettig

Viele Unternehmen vernachlässigen eine wichtige Eigenschaft ihrer Mitarbeiter: Kreativität. Dabei können Manager diese gezielt fördern.

Hand aufs Herz: Hatten Sie heute schon eine gute Idee? Gestern vielleicht? Letzte Woche? Falls Sie drei Mal mit dem Kopf geschüttelt haben – keine Sorge: Sie sind nicht allein. Nur 6,4 Prozent der Deutschen sind am Arbeitsplatz kreativ, ergab eine Umfrage des Stuttgarter Beratungsunternehmens Iqudo im April. Die besten Ideen kamen den Bundesbürgern fernab von Kantine und Kaffeeküche: im Bad (13,5 Prozent), auf dem Sofa (12,1 Prozent) oder beim Joggen (7,1 Prozent).

Auch der Bundeskanzlerin geht es häufig nicht anders. Beim Unkrautzupfen im Garten sei ihr „schon der eine oder andere gute Gedanke gekommen“, sagte Merkel vor einigen Tagen, bevor sie sich in den Urlaub verabschiedete.

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Die Ergebnisse sind ein Indiz dafür, dass für Kreativität vor allem eine Voraussetzung notwendig ist – Muße. Doch genau daran mangelt es im Job. 36,7 Prozent nannten Stress als Hauptgrund für ihre Einfallslosigkeit, dicht gefolgt von der Ablenkung durch Kollegen oder Vorgesetzte (23,5 Prozent). 14,2 Prozent der Befragten gaben sogar an, dass ihre Kreativität unerwünscht sei und gute Ideen reine Chefsache seien.

Deutschland, das Land der Tüftler und Erfinder? Von wegen!

Viele denken beim Wort Kreativität spontan an Jahrhundertgenies, beispielsweise Künstler wie Wolfgang Amadeus Mozart und Pablo Picasso. Oder Wissenschaftler wie Albert Einstein oder Isaac Newton. Doch Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren viel dafür getan, diesen Mythos zu entzaubern. Die Ergebnisse lassen sich so zusammenfassen: Wenn die richtigen Charaktere in der richtigen Umgebung auf die richtige Art geführt werden, dann folgen Innovationen fast automatisch.

Unternehmen müssen die Büros nicht gleich zu Wohlfühloasen umbauen. Viel wichtiger ist das Klima auf den Fluren. Die Mitarbeiter brauchen das Gefühl, dass ihr Arbeitgeber Einfallreichtum fordert und fördert – dann werden sie auch kreativer. Womöglich tun sich manche Manager auch deshalb so schwer damit, weil sie einen Drahtseilakt leisten müssen – zwischen Einsparungen und Einfallsreichtum: „Wer zu spät an die Kosten denkt, ruiniert sein Unternehmen. Wer zu früh an die Kosten denkt, tötet die Kreativität“, resümierte einst der deutsche Industrielle Philip Rosenthal. 

Der Computerkonzern IBM rechnete erst vor einiger Zeit aus, dass sich Kreativität positiv auf das gesamte Unternehmen auswirkt: die Bereitschaft zu Veränderungen steigt, Entscheidungen fallen leichter, Probleme werden schneller gelöst. Und: Derart kreative Konzerne wuchsen selbst in der Krise schneller als ihre Konkurrenten. Offenheit für Neues zahlt sich eben aus. Notwendig ist dafür oft nicht viel mehr als eine Attitüde, wie sie der irische Schriftsteller George Bernard Shaw vorlebte: „Du siehst Dinge und fragst: Warum? Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?“

Wie Führungskräfte die Kreativität ihrer Mitarbeiter fördern können und wo prominente Künstler und Manager ihre besten Ideen haben, lesen Sie in der nächsten Ausgabe der WirtschaftsWoche (Erscheinungsdatum 26. Juli 2010).

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