Gibt es auch Tage, an denen Sie komplett offline sind?
Natürlich. Gelegentlich bleibt der Laptop den ganzen Tag aus. Ich muss aber gestehen, dass ich trotzdem meine E-Mails ab und zu mit dem Smartphone abrufe. Allerdings beantworte ich dann nur wichtige Mails.
Sie beraten seit einigen Jahren auch Unternehmen in Zukunftsfragen. Woran hapert es bei denen noch?
An der Arbeitsumgebung und der Technik. Wir brauchen keine Einzel- oder Großraumbüros mehr, sondern ein Arbeitsplatzmenü, das konzentriertes Arbeiten genauso unterstützt wie die Zusammenarbeit in verschiedenen Projektteams. Genauso wichtig ist aber die technische Ausstattung, um mobil arbeiten zu können. Das Home Office erlebt derzeit eine Renaissance.
Besonders neu ist der Begriff Home Office ja nicht…
…das stimmt, aber anders als in der ersten Hype-Phase gibt es heute kaum noch technische Einschränkungen. Die Internet-Verbindungen sind viel schneller und billiger als in den 90ern, es gibt gute Sicherheitstechnik und die Ausstattung ist bezahlbar geworden.
Was müssen die Firmen beachten?
Sie müssen es ihren Mitarbeitern ermöglichen, auch Zuhause optimal arbeiten zu können. Die Heimarbeiter dürfen dabei nicht das Gefühl haben, vom Informationsfluss und den Karrierewegen abgeschnitten zu sein.
Woran hapert es bei den Firmen denn?
Manchmal höre ich den Einwand: „Wir sind noch nicht so weit.“ Aber das ist die falsche Herangehensweise. Wir können da viel von den Jungen lernen, schließlich sind sie die Mitarbeiter von morgen.
Was zeichnet diese "Mitarbeiter von morgen" aus?
Sie arbeiten völlig selbstverständlich mit neuen Technologien wie Instant Messaging, Blogs und Wikis. Sie sind es gewohnt, flexibel an vielen Orten zu arbeiten, ohne starre Zeitbindung. Und die Frage, wie man Beruf und Familie vereinbart, ist dieser Generation wichtig. Die Firmen müssen diesen hochqualifizierten und motivierten Kandidaten in Zukunft die richtige Arbeitswelt anbieten.
Haben die Firmen das verstanden?
Ich beobachte eine zunehmende Offenheit, sich mit den neuen Arbeitswelten zu beschäftigen. Die Firmen erkennen, dass Büros, Arbeitsweisen und die technische Ausstattung genauso wichtig sind wie die Qualifikation der Mitarbeiter.
Zum Abschluss: Was ist der wichtigste Tipp, den Sie Arbeitnehmern für die Zukunft geben können?
Sagen Sie: „Ja, warum eigentlich nicht?“ anstatt „Ja, aber...“. Die Arbeitswelt ändert sich heute viel schneller als früher. Jeder muss dazu bereit sein, neue Dinge auszuprobieren













