Interview mit Berater Alexander Greisle: "Ich setze Prioritäten"

Interview mit Berater Alexander Greisle: "Ich setze Prioritäten"

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Alexander Greisle bereitet Unternehmen auf die Zukunft vor

Alexander Greisle (37) war früher Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Heute ist er selbständig und bringt Arbeitnehmern und Unternehmen bei, wie sie sich auf die Zukunft vorbereiten können.

WiWo: Herr Greisle, erreichbar sind Sie nicht nur über Festnetz, Handy und E-Mail, sondern auch über Skype, Messenger, Twitter und Ihren Blog. Wie behalten Sie die Übersicht?

Greisle: Ich setze Prioritäten. E-Mails und Anrufe von Kunden beantworte ich sofort, alles andere nach und nach. Die Welt geht ja nicht unter, wenn ich eine E-Mail erst nach ein paar Stunden beantworte. Wenn ich mich konzentrieren muss, stelle ich das Handy leise oder die Instant-Messaging-Anwendungen auf "bitte nicht stören".

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Werden Sie nicht trotzdem ständig bei der Arbeit unterbrochen?

Klar, die Gefahr besteht natürlich. Deswegen kümmere ich mich um mein Blog, Xing oder Twitter immer dann, wenn ich gerade nicht konzentriert arbeite – solche Phasen hat jeder. Man muss nur wissen, wann diese Phasen eintreten und sich danach richten.

Das klingt alles unheimlich stressig. Wie halten Sie das durch?

Ich habe viele Freiheiten: Ich kann meinen Arbeitstag später beginnen, mich für einige Zeit an den See legen oder dort arbeiten, und ich kann flexibel Zeit mit meiner Familie verbringen. Natürlich wird es abends auch mal später, aber das nehme ich gerne in Kauf.

Ans längere Arbeiten müssen wir uns in Zukunft also gewöhnen?

Flexibel heißt nicht automatisch länger. Es wird notwendig sein, sich gezielt zu organisieren und dann zu arbeiten, wenn man am produktivsten ist. Unter dem Strich profitieren aber alle von der neuen Flexibilität. Im Endeffekt zählt nicht, wie lange man arbeitet, sondern was man in dieser Zeit schafft.

Wie organisieren Sie Ihren Arbeitstag?

Ich orientiere mich nicht an einer strengen Zeitplanung, sondern an Prioritäten. Zuerst schreibe ich die wichtigen Themen des Tages auf eine kleine Karteikarte, diesen widme ich zuerst. Auf deren Rückseite kommt am Ende des Tages das, was ich zusätzlich geschafft habe.

Auf detaillierte Planung verzichten Sie?

Im traditionellen Sinn ja. Ich plane nicht mehr Aufgaben ein als ich am Tag schaffen kann und lasse mir dabei viel Puffer. Denn im Informationszeitalter kann einfach viel Unvorhergesehenes passieren, worauf ich schnell reagieren muss.

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