Intrigen: Von falschen Porno-Skandalen und intriganten Ministern

Intrigen: Von falschen Porno-Skandalen und intriganten Ministern

Falsche Vorwürfe und die Verleumdung von Konkurrenten sind beliebte Methoden der Intrige. Doch manchmal fallen sie auf den Intriganten zurück, wie bei der Bordell-Affäre des irischen Ministerpräsidenten. Die Anatomie dreier Intrigen.

Die Porno-Intrige bei der HSH Nordbank

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das Eingangsportal der HSH Nordbank

Der entscheidende Hinweis war hinter einem Kinderfoto versteckt. Darauf notiert: eine E-Mail-Adresse, über die angeblich Kinderpornos abgerufen worden waren. Der Hinweis war einer Truppe aus Mitarbeitern der HSH Nordbank und einer von der Bank beauftragten Sicherheitsfirma im September 2009 in die Hände gefallen – bei einer Durchsuchung des Büros von Konrad R.*, dem damaligen New Yorker Büroleiter der HSH Nordbank.

Der Vorfall aber –  eigentlich unstrittig Anlass zu fristloser Kündigung und strafrechtlicher Verfolgung des Täters – entpuppte sich als komplett konstruiert: Die Razzia war fingiert, der vermeintliche Kinderporno-Beleg untergeschoben. Und Konrad R. Opfer einer Intrige. Das Ziel der Aktion: Einen unliebsamen Kollegen loszuwerden, ohne die bei regulärer Kündigung fällig Millionen-Abfindung berappen zu müssen.

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Stärkere Geschütze

Diesen Schluss jedenfalls lassen diverse Berichte renommierter amerikanischer Anwaltskanzleien sowie Ermittlungen der New Yorker Bezirksstaatsanwalt zu, die mit dem Fall befasst waren.

Demnach hatte die HSH-Spitze seit 2007 mehrere Versuche unternommen, den Manager los zu werden. Doch weder der Vorwurf, Spesenbelege falsch abgerechnet zu haben, noch eine Klage wegen mutmaßlicher Diskriminierung zweier Mitarbeiterinnen waren erfolgreich.

Also mussten stärkere Geschütze aufgefahren werden: Als Vorwand für Nachforschungen dienten angebliche Ermittlungen des FBI gegen Konrad R. Der Verdacht des US-Geheimdienstes: Kinderpornographie. Gleich mehrere Zeugen bestätigten den Verdacht gegen Konrad R., darunter leitende Angestellte der Bank sowie eine Mitarbeiterin einer Anwaltskanzlei, zu deren Kunden die HSH Nordbank zählt.

Die Wahrheit war: Weder hatte das FBI jemals gegen Konrad R. ermittelt. Noch waren auf dem Computer des New Yorker Niederlassungsleiters Hinweise gefunden worden, dass besagte Kinderporno-Seiten dort aufgerufen worden waren.

Konrad R. zog gegen die Bank vor ein New Yorker Gericht, die Auseinandersetzung endete mit einem Vergleich, beide Seiten vereinbarten Stillschweigen. Dem Vernehmen nach aber zahlte die Bank ihrem Ex-Büroleiter eine Abfindung über mehrere Millionen Euro.

*Name geändert

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