Absolventen: So gut sind Ihre Chancen am Arbeitsmarkt

Absolventen: So gut sind Ihre Chancen am Arbeitsmarkt

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Absolventen.

von Kristin Schmidt

Welche Studienabschlüsse sind aktuell gefragt? Und womit lässt sich am meisten verdienen? Antworten liefert eine exklusive Studie.

Theoretisch sollte der Bachelor Studenten schneller für den Arbeitsmarkt qualifizieren, praktisch hat sich gerade mal die Hälfte der Arbeitgeber mit dem Abschluss angefreundet – 14 Jahre nach dessen Einführung.

Das belegt die Studie Jobtrends 2017 der Beratung Kienbaum und des Staufenbiel Instituts, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Darin gaben 49 Prozent der knapp 300 befragten Unternehmen an, weiterhin den Master-Abschluss als Ergänzung zum Bachelor wichtig oder sehr wichtig zu finden. Besonders in der Pharma- und Chemiebranche geht ohne ihn wenig – 88 Prozent der Personaler sehen den Master dort als essentiell an.

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Weitaus wichtiger als der Abschluss ist den Arbeitgebern allerdings die Note – 58 Prozent halten diese für wichtig oder sehr wichtig. Von geringerer Bedeutung für die Personalauswahl ist, ob der Bewerber die Regelstudienzeit eingehalten hat und wie gut der Ruf seiner Hochschule ist. Das interessiert nicht mal ein Drittel der Unternehmen.

Englisch ist Trumpf

Mit Blick auf die Zusatzqualifikationen sind besonders Englischkenntnisse (77 Prozent) gefragt – kein Wunder in Zeiten von internationalem Handel und weitverzweigten Auslandsdependancen. Da erstaunt es schon fast, dass Auslandserfahrung selbst (38 Prozent) und weitere Fremdsprachen (24 Prozent) nur eine untergeordnete Rolle spielen. Viel wichtiger ist die Praxiserfahrung der Absolventen: Praktika (73 Prozent) und erste Berufserfahrung (55 Prozent) sprechen deutlich mehr Personaler an.

Was Absolventen im ersten Job erwartet

  • Wie sehen Einstiegsverträge aus?

    Bei 2/3 der Unternehmen sind weniger als 20% der Einstiegsverträge befristet. Aber 14% geben allen Einsteigern befristete Verträge.

    Quelle: JobTrends 2017 von Staufenbiel Institut und Kienbaum. An der Befragung haben 297 Unternehmen teilgenommen.

  • Was wird gezahlt?

    Einsteiger bekommen bei 46% der Arbeitgeber zwischen 40.000 und 49.999 Euro im Jahr.

  • Weiterbildungs-Angebote

    Weiterbildung wird bei den meisten Unternehmen groß geschrieben: 96% der Arbeitgeber bieten Fachliches Training, 86% Seminare und Weiterbildungen im Bereich Soft-Skills an. IT-Schulungen gibt es bei 83% der Unternehmen.

  • Mehr Geld...

    ...kann es nach einem Jahr geben – das sagen 48% der Unternehmen.

  • Wie und wo wird gearbeitet?

    73% der Arbeitgeber bieten Home-Office, 71% setzen auf Vertrauensarbeitszeit.

  • Überstunden...

    ...können bei 60% abgetragen und bei 31% ausgezahlt werden. Bei 28% sind sie mit dem Gehalt abgegolten.

  • Bachelor und Master...

    ...verdienen bei 60% der Arbeitgeber zum Einstieg unterschiedlich viel. Bei 32% gleichen sich die Gehälter später komplett an.

Insgesamt können Studenten ihrem Start ins Berufsleben gelassen entgegenblicken: 58 Prozent der befragten Arbeitgeber gaben an, in den nächsten fünf Jahren mehr Absolventen einzustellen. Besonders Informatiker erfreuen sich zukünftig großer Beliebtheit. Aktuell suchen die meisten Unternehmen Wirtschaftswissenschaftler. 79 Prozent der Befragten halten Ausschau nach Betriebs- oder Volkswirten.

Auch Informatiker (66 Prozent) und Ingenieure (56 Prozent) werden umworben. Naturwissenschaftler (31 Prozent), Geistes- und Sozialwissenschaftler (28 Prozent) sowie Juristen 27 Prozent) haben es im Branchendurchschnitt eher schwer.

Weniger Gehalt für Trainees

Auf der anderen Seite können Juristen mit überdurchschnittlichen Einstiegsgehältern rechnen. Zehn Prozent der Arbeitgeber zahlen ihnen schon beim Einstieg mehr als 60 000 Euro. Nur die Naturwissenschaftler können da mithalten. In den meisten Unternehmen sind für Hochschulabsolventen 40.000 bis 50.000 Euro pro anno üblich.

Der perfekte Bewerber aus Sicht von Deutschlands Personalern

  • Er war Praktikant

    81% sagen: Praxiserfahrung überzeugt mehr als ein guter Abschluss in Regelstudienzeit.

    Quelle: JobTrends 2017 von Staufenbiel Institut und Kienbaum. An der Befragung haben 297 Unternehmen teilgenommen.

  • Seine Bewerbung ist klar strukturiert

    Personaler schätzen Übersichtlichkeit mehr als kreatives Design.

  • Er bringt diese Soft Skills mit...

    Eigeninitiative/Einsatzbereitschaft: 100%

    Leistungsbereitschaft: 98%

    Kommunikationsfähigkeit: 95%

    Teamfähigkeit: 94%

    Ergebnis-/Leistungsorientierung: 93%

  • Sein Facebook-Profil muss nicht perfekt sein

    Nur 3% checken alle Bewerber im Social Web.

  • Sein CV überzeugt

    75% sehen den Lebenslauf zuerst an, 99% finden ihn wichtig oder sehr wichtig.

  • Er beherrscht die Rechtschreibung

    Fehler in der Bewerbung sind das K.-o.-Kriterium Nummer eins.

  • Er hat diese Zusatzqualifikationen...

    Englischkenntnisse: 77%

    Praktika: 73%

    Berufserfahrung: 55%

    Auslandserfahrung: 38%

    Sonst. Fremdsprachen: 24%

    (jeweils Anteil der Befragten, die diesen Aspekt wichtig oder sehr wichtig finden)

Trainees erhalten dabei zum Teil deutlich weniger als ihre Kollegen, die den sogenannten Direkteinstieg wählen.

Ebenfalls deutliche Unterschiede in der Bezahlung gibt es zwischen Bachelor- und Masterabsolventen. 17 Prozent der Unternehmen zahlen einem Master bis zu 20 Prozent mehr Gehalt, 40 Prozent der Arbeitgeber legen immerhin noch bis zu zehn Prozent drauf.

Doch aufgepasst: Wer in die Bewerbung Rechtschreibfehler einbaut, geht leer aus – für 60 Prozent der Personaler ist das nämlich ein Ausschlusskriterium.

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