Arbeitslosigkeit : Soziale Medien motivieren Arbeitslose

Arbeitslosigkeit : Soziale Medien motivieren Arbeitslose

Vielen Arbeitslosen droht die gesellschaftliche Isolation. Eine neue Studie zeigt: Die Nutzung sozialer Medien kann die Vereinsamung vermeiden - und zur aktiven Stellensuche animieren.

Wenn Menschen ihre Arbeit verlieren, droht oft die Gefahr, schnell den gesellschaftlichen Anschluss zu verlieren. Die Scham über den Jobverlust und das dadurch begründete Meiden sozialer Kontakte etwa mit den bisherigen Kollegen spielt dabei eine fatale Rolle.

Doch die sozialen Medien im Internet können einen Ausweg bieten: Sie ermöglichen einen intensiven Austausch bei gesicherter Anonymität. Dadurch helfen sie arbeitslosen Menschen, die drohende Isolation zu vermeiden und erleichtern so die Arbeitsplatzsuche und den Wiedereinstieg in den Beruf. Das schreiben Kommunikationswissenschaftler um Christian Fieseler* in ihrer Studie "With a little help from my peers", die in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift "Computers in Human Behavior" erscheint.

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Sozialforschung Arbeitslosigkeit kann eine Befreiung sein

Nicht für alle ist das Ende des Jobs eine persönliche Katastrophe. Der Sozialwissenschaftler Benedikt Rogge hat das Selbstbild von Arbeitslosen untersucht.

Mann springt ins Wasser Quelle: dpa

Die Untersuchung beruht auf 1322 telefonischen Gesprächen mit Arbeitslosen in Deutschland. Die Probanden waren zu etwa gleichen Teilen weiblich und männlich. Ein Drittel war jünger als 25 Jahre alt, ein Drittel zwischen 26 und 50, ein Drittel zwischen 51 und 65 Jahren alt. Etwa jeder fünfte Proband hatte überhaupt keine Erfahrung mit sozialen Medien, 65 Prozent der Interviewten nutzen sie seit mehr als vier Jahren.

Die Auswertung der Gespräche zeigt, dass eine motivierende und einfühlsame Unterstützung über Kontakte in den sozialen Medien das Selbstvertrauen der Erwerbslosen stärkte. Zumindest vermitteln die Selbsteinschätzungen der Befragten dieses Bild.

Soziale Netzwerke haben für Arbeitslose aber nicht nur diese sorgende Funktion, die einer Vereinsamung entgegenwirkt. Sie schaffen als Quelle von Ratschlägen und Hinweisen auch neue Möglichkeiten - und stärken offensichtlich sowohl das Selbstvertrauen als auch die Aktivität bei der Stellensuche.

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Die Studie macht also deutlich, dass das Internet bei der Jobsuche immer wichtiger wird. Und zwar eben nicht nur in Form von Job-Portalen und Online-Stellenanzeigen. Menschen, die das Internet als Austauschmedium mit anderen Menschen nutzen, bemühen sich eher um eine neue Arbeitsstelle als Menschen ohne Zugang zu Internet.

*unter den Autoren ist auch Miriam Meckel, die neue Chefredakteurin der WirtschaftsWoche. Als die Studie erstellt wurde, arbeitete sie noch als Professorin am Institut für Medien und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen.

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