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Arbeitsmarkt: Montagmittag gehen die Deutschen auf die Online-Jobsuche

von Jochen Mai

Jobsuchende surfen am liebsten montags in der Mittagspause durch die Stellenbörsen im Internet. Das ergab eine Umfrage unter den größten deutschen Jobportalen. Doch diese Art der Stellensuche kann schnell gefährlich werden.

Online Stellenbörse Jobscout24
Online Stellenbörse Jobscout24

Montagmittag zwischen 12 und 13 Uhr ist Hochbetrieb. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage des Online-Karriereportals Karrierebibel.de.. Bei über der Hälfte der Jobmärkte liegt die allwöchentliche Rush Hour in den Zugriffsstatistiken montags in der Mittagspause. Insgesamt startet die Online-Jobsuche zwischen 10 und 11 Uhr, erreicht mittags ihren Höhepunkt und ebbt zwischen 14 und 15 Uhr wieder ab.

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Der Dienstag ist bei den Wechselwilligen ebenfalls beliebt und rangiert in der Befragung auf Platz zwei der wichtigsten Stellensuchtage. Aber auch dienstags klicken sich die Jobsucher vor allem in der Mittagspause durch die Angebote.

Kampf gegen den Montags-Blues

Dass sich ausgerechnet am Wochenanfang so viele auf die Jobpirsch begeben, hat vor allem zwei Gründe: Beim Gros der Jobbörsen werden dann neue Stellenangebote eingestellt, zudem plagt viele Berufstätige nach dem Wochenende der sogenannte Montags-Blues. Entsprechend verlockend scheint es vielen aus dem gewohnten Alltagsfrust und -trott – zumindest gedanklich – auszubrechen.

Das Ergebnis der vorliegenden Umfrage widerspricht allerdings einer europaweiten Umfrage der Stellenbörse Experteer. Die hatte kürzlich ermittelt, dass die Kaffeepause am Nachmittag der beliebteste Zeitpunkt für Jobsucher sei, in Deutschland gab es den größten Run auf die Internet-Stellenbörsen angeblich am Mittwoch gegen 14 Uhr. Die Karrierebibel-Umfrage zeichnet aber ein völlig anderes Bild: Der Mittwoch rangiert allenfalls auf Platz drei.

Allerdings gilt für beide Umfragen, dass die Arbeitnehmer die Jobsuche während der Arbeitszeit betreiben. Laut einer Erhebung des Branchenverbands Bitkom vom August 2008 surft nahezu jeder dritte Arbeitnehmer während seiner Arbeitzeit privat im Netz. Arbeitsrechtlich ist das nicht ungefährlich: Zwischendurch nach Jobangeboten zu forschen, E-Mails von Freunden abzurufen, bei Ebay mitzusteigern oder Blogs zu lesen, kann eine Abmahnung zur Folge haben, wenn der Arbeitgeber dies vorher ausdrücklich untersagt hat (Im Zweifel vorher in der Personalabteilung fragen!).

Wer dabei erwischt wird, wie er oder sie sich ausgerechnet nach attraktiven Stellenangeboten umsieht, gerät zudem in unangenehme Erklärungsnöte – auch wenn das vielleicht nur dem Zweck diente, den aktuellen Arbeitsmarkt zu sondieren. Das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber ist dadurch mindestens angekratzt. Eine sinnvolle Ausrede (vorausgesetzt sie wird geglaubt) wäre allenfalls noch: Man wollte sich so auf das nächste Gehaltsgespräch vorbereiten und seinen Marktwert recherchieren. In der aktuellen Wirtschaftskrise wird das jedoch nur schwer überzeugen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.03.2009, 23:27 UhrAnonymer Benutzer: Kyoto

    Es braucht keine Ausrede für Jobsuche am Arbeitsplatz!
    2/3 aller Arbeitnehmer in D machen nur das nötigste im Job.

    Gerade einmal zwölf Prozent der beschäftigten fühlen sich einer Erhebung zufolge ihrem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet und sind im Job motiviert und engagiert.

    Eigentlich warten fast alle nur auf den großen Knall, denn das Gefühl dass etwas total falsch läuft haben doch viele schon seit einiger Zeit.
    Ein Zitat von Oskar Lafontaine bringt es auf den Punkt:
    Arbeitnehmer arbeiten sich krank, Arbeitslose werden durch das Nichtstun krank.

  • 25.02.2009, 12:58 UhrAnonymer Benutzer: Thomas Schulze

    Super beitrag, Herr Mai. Gerne waren wir bei der Umfrage mit dabei mit unserer Jobbörse für junge Akademiker http://www.spirofrog.de/

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