Arbeitsmarkt: "Wirtschaftskrise kennen wir nicht"

Arbeitsmarkt: "Wirtschaftskrise kennen wir nicht"

Bild vergrößern

Heiko Hubertz, Bigpoint

Ob Internethändler oder Discounter, Pillenhersteller oder Spielefirma: Es gibt noch Unternehmen, an denen die Krise vorbei geht oder die sogar davon profitieren und weiter kräftig Stellen schaffen.

„Das Wort Wirtschaftskrise kennen wir hier nicht“, sagt Heiko Hubertz, Gründer der Computerspiele-Firma Bigpoint. Seit seinem Start im Jahr 2006 ist das Spieleportal im Internet auf Wachstumskurs. „Wir mussten unsere Prognosen bisher immer nur nach oben korrigieren“, sagt Hubertz.

Und das soll sich auch im Krisenjahr 2009 nicht ändern, der Umsatz soll erstmals die Marke von 100 Millionen Euro überschreiten.

Anzeige

Das Hamburger Unternehmen, dass inzwischen zum Medienriesen NBC Universal gehört, ist eine der wenigen Firmen, die derzeit keine Hiobsbotschaften verbreiten. Im täglichen Strom der Horrormeldungen von Kurzarbeit, Entlassungen und Insolvenzen gehen die positiven Meldungen unter, doch es wird nicht nur gekürzt, sondern auch noch eingestellt.

16.500 Stellen gibt es nach einer Umfrage der WirtschaftsWoche derzeit. Vor allem Anwaltskanzleien, die im TecDax notierten Unternehmen aber auch große Konzerne, wie Siemens oder Robert Bosch stellen Mitarbeiter ein.

Die Zahl der Mitarbeiter steigt um 50 Prozent

Dabei wird nicht nur die normale Fluktuation ausgeglichen und unverzichtbare Stellen besetzt, sondern manche Unternehmen schaffen auch ganz neue Jobs. Bis zu zehn neue Mitarbeiter stellt Bigpoint momentan ein - und das jeden Monat. Insgesamt rund 100 werden es dieses Jahr sein, die Mitarbeiterzahl steigt dann von jetzt etwa 230 auf mehr als 300. Ähnlich ist es beim Konkurrenten Gameforge aus Karlsruhe, der 200 neue Spieleentwickler und IT-Spezialisten sucht.      

Der Vorteil der beiden Spieleproduzenten liegt darin, dass sie ihre Spiele kostenlos anbieten. Die sogenannten Browsergames kann man einfach im Internet spielen, Umsatz erzielen sie durch kostenpflichtige Zusatzfunktionen, die für Cent- oder geringe Eurobeträge verkauft werden. Und auch wenn nur etwa zehn Prozent der Spieler auf diese Weise überhaupt Geld ausgeben, reicht das den Unternehmen, um profitabel zu wirtschaften.

Erfolg im Internet

Doch nicht nur die Spielehersteller wachsen, auch andere Online-Anbieter bleiben von der Krise verschont. Gerade in Krisenzeiten, wenn viele Kunden weniger Geld zur Verfügung haben, ist die Suche nach besonders günstigen Angeboten im Netz noch populärer.   

Ob Branchenriesen wie Amazon oder kleine Spezialisten, wie der Reifenhändler Delticom – sie alle wachsen kräftig weiter. Die Zooplus AG, ein Internethändler für Tierprodukte, legte gerade ein neues Rekordergebnis vor und will den Umsatz in diesem Jahr um 40 Prozent steigern. Kein Wunder, dass auch die Elektronikriesen Saturn und Media Markt nach langer Zurückhaltung nun im Netz expandieren wollen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%